Inschriftenkatalog: Stadt Baden-Baden und Landkreis Rastatt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 78: Stadt Baden-Baden und Landkreis Rastatt (2009)

Nr. 535 Baden-Baden-Lichtental, Kloster Lichtenthal 17. Jh.

Beschreibung

Weihrauchschiffchen. Silber, getrieben, gegossen, graviert. Der runde und flache Fuß hat einen schmalen Stehrand, auf dessen Unterseite nur noch der Name einer längeren, offenbar eingepunzten Inschrift erkennbar ist. Die Oberseite zeigt die undeutlich geschlagenen Beschau- und Meisterzeichen nr. 79 und nr. 80. In der Fußmitte ragt ein zylindrischer Schaftansatz empor, auf dem ein eingeschnürter und sich nach oben konisch verbreiternder Buckelnodus befestigt ist. Das aufliegende Schiffchen ruht in einer ovalen, schildförmigen Halterung und wird durch zwei Schrauben fixiert. Den oberen Verschluß bilden zwei Deckelhälften, die durch ein Scharnier miteinander verbunden sind, so daß sich eine Seite aufklappen läßt. An den Schmalseiten dienen zwei Schweifwerkvoluten als Griffe. Fuß und Schiffchen sind durch einfache lineare Gravuren verziert.

Maße: H. 12, B. 14, Bu. 0,2 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 78, Nr. 535 - Baden-Baden-Lichtental, Kloster Lichtenthal - 17. Jh.

 Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Zisterzienserinnenabtei Lichtenthal, Baden-Baden [1/2]

  1. · ANDREAS · HEINRICHa) · [. . . . . . .]SHEỊṂẸṆṢỊṢ [. . . . . . .]Ạ[. . . .]Ṣ[. . . .]A[– – –]

Kommentar

Offenbar wurden zum Punzen zu große Schlagstempel verwendet, weshalb die unteren Buchstabenabschnitte auf dem schmalen Stehrand keinen Platz mehr fanden. Als Worttrenner dienen lilienähnliche Blattornamente.

Der Name Andreas Heinrich ist für Lichtenthal anderweitig nicht belegt.1 Die Datierung in das 17. Jahrhundert richtet sich nach der kunstgeschichtlichen Einordnung.2

Textkritischer Apparat

  1. Statt des ersten H zunächst ein N geschlagen.

Anmerkungen

  1. Negativer Befund in GLA Karlsruhe 64/47, Nekrolog Lichtenthal III; Schindele, Abtei Lichtenthal (1985); Reiss, Studien.
  2. Vgl. 750 Jahre Lichtenthal 328 nr. 184; Barocke Goldschmiedekunst 22 nr. 32.

Nachweise

  1. Kdm. Baden-Baden 484 nr. 19.
  2. Barocke Goldschmiedekunst 22 nr. 32.
  3. KA Lichtenthal o. Sig., Bauer, Inventar, Bd. 9: Silber-, Gold-, Metallarbeiten, fol. 23r (Abb.).
  4. 750 Jahre Lichtenthal 328 nr. 184 (Abb. 184).
  5. KA Lichtenthal o. Sig., Krupp, Inventar, Bd.: Sakristei, vasa sacra 1, Meßkännchen, Kelche, Prozessionskreuz, Weihwasser, Rauchfässer, o. S.

Zitierhinweis:
DI 78, Stadt Baden-Baden und Landkreis Rastatt, Nr. 535 (Ilas Bartusch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di078h017k0053500.