Inschriftenkatalog: Stadt Baden-Baden und Landkreis Rastatt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 78: Stadt Baden-Baden und Landkreis Rastatt (2009)

Nr. 513 Gernsbach, ev. Friedhof um 1630

Beschreibung

Grabmal für einen Unbekannten. Aufrecht an der Innenseite der Friedhofsmauer nördlich des Haupteingangs; hier das achte Grabmal von links. Rötlicher Sandstein. Hochrechteckige Platte mit einem eingetieften und von einer schmalen Profilleiste umgebenen Binnenfeld. Darin die ehemals zeilenweise angeordnete, jedoch bis auf wenige Buchstaben vollständig abgewitterte Inschrift (A). Auf der breiten Randleiste, deren unterer Abschnitt heute im Boden steckt, das unten links einsetzende und umlaufende Bibelzitat (B). Starke Witterungsschäden.

Maße: H. ca. 160, B. 76, Bu. 3,5 (A), 5 cm (B).

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 78, Nr. 513 - Gernsbach, ev. Friedhof - um 1630

 Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A

    [– – –]ẸDESa) · / [– – –]HḶ · [. . / – – –]b)

  2. B

    [DER]c) GERECHTEN SEELEN SEINDT IN / GOTTESd) HAND / VNND KEINE QVAL RVRET SIE [AN1) / SAP: III. VERS: I ·]c)

Kommentar

In Inschrift (B) tragen die Buchstaben kräftige Sporen, sind breit proportioniert und am Wortanfang deutlich überhöht.2 Der obere Bogenabschnitt des G ist nach rechts verlängert, das Q spitzoval und die Cauda des R geschwungen.

Die Datierung kann sich auf die nahezu identische Gestaltung des zwischen 1629 und 1632 angefertigten Grabmals für Jakob Weiler und dessen Frau Anna Keller stützen.3 Hier ist am Rand dasselbe Bibelzitat eingemeißelt worden, das die gleiche Schreibweise und bis auf wenige Ausnahmen äußerst ähnliche Buchstabenformen aufweist. Offenbar stammen beide Platten aus derselben unbekannten Steinmetzwerkstatt.

Textkritischer Apparat

  1. Der Umfang des ehemals voranstehenden und heute nicht mehr lesbaren Textes sowie die Anzahl der Zeilen unbestimmt.
  2. Der Umfang des ehemals nachfolgenden und heute nicht mehr lesbaren Textes sowie die Anzahl der Zeilen unbestimmt.
  3. Ergänzung nach Wsh 3,1 und der bezüglich des Rahmens nahezu identisch ausgeführten Grabplatte für Jakob Weiler und seine Ehefrau, vgl. nr. 515.
  4. Sämtliche Buchstaben des Wortes größer ausgeführt.

Anmerkungen

  1. Wsh 3,1.
  2. Höhe der Anfangsbuchstaben: 8 cm.
  3. Vgl. nr. 515.

Nachweise

  1. Kdm. Rastatt 149 nr. 2.

Zitierhinweis:
DI 78, Stadt Baden-Baden und Landkreis Rastatt, Nr. 513 (Ilas Bartusch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di078h017k0051304.