Inschriftenkatalog: Stadt Baden-Baden und Landkreis Rastatt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 78: Stadt Baden-Baden und Landkreis Rastatt (2009)

Nr. 213 Baden-Baden, kath. Pfarrkirche Unserer Lieben Frau (ehem. Stiftskirche) 1521 oder später

Beschreibung

Wandgrabmal für Markgraf Friedrich IV. von Baden, Bischof von Utrecht. Innen an der Nordwand des Chores in eine Nische eingefügt. Kombiniert aus einer in den Boden eingelassenen Grabplatte mit der Figur des skelettierten Leichnams und einem darüber errichteten Tischgrabmal mit der liegenden Figur des Bischofs. Beide parallel zur Chorachse gestellt. Die bodenfreie Platte vorn durch drei geschuppte Baluster abgestützt und hinten im Mauerwerk verankert. Sandstein; das Abbild des Bischofs in Bronze, die in den Stein eingelassenen Grundplatten für beide Figuren sowie die Säulen in Messing gegossen und geschwärzt; das Skelett besteht aus Stuck und Draht.1

Die obere Liegefigur ist im Harnisch und im Kettenhemd wiedergegeben. Sie liegt rücklings auf einem vor der Brust mittels einer Mantelschließe zusammengehaltenen Pluviale. Das Haupt ist mit der Mitra bedeckt und auf ein Kissen mit Brokatmuster gebettet. Die Linke umfaßte das Pedum, die Rechte ein Schwert; heute beides verloren bzw. aus Holz ergänzt.2 Am Brustpanzer zwei Schmuckmedaillons. Auf dem Pluvialsaum die Reliefs der Apostelfiguren mit ihren Attributen. Sichtbar sind über dem rechten Arm von oben nach unten: Petrus, Johannes Evangelista, Jakobus d. Ä., Philippus; über dem linken Arm: Judas Thaddäus, Andreas, Thomas oder Matthias (Lanze), Bartholomäus und Matthäus.3 Zu Füßen des Bischofs ein ruhender Löwe. In die drei freien Abschnitte des abgeschrägten und von zwei Stäben gerahmten steinernen Plattenrandes sind Grabbezeugung und Sterbevermerk (A) eingemeißelt. Die Metallauflage der unteren Platte ist etwas kleiner. Darauf ein Skelett, um dessen Füße zwei Schlangen kriechen. Auf dem ebenfalls abgeschrägten steinernen Plattenrand der zu drei Vierteln umlaufend eingemeißelte Klagspruch (B). An der Rückwand der Nische das reliefierte Brustbild eines Engels, der ein Vollwappen hält. Dieses flankierten ursprünglich sechzehn auf den Putz gemalte und in zwei Reihen angeordnete Vollwappen der Ahnenprobe, die 1802 auf Zinkblech übertragen und 1954 wieder entfernt wurden.4 Das durch Stäbe und Kehlungen profilierte Gewände der Nische ist innen als Korbbogen gestaltet. Den äußeren Rahmen bildet ein krabbenbesetzer sowie von einer Kreuzblume bekrönter Eselsrückenbogen, der seitlich auf zwei Halbsäulen ruht. An der rechten Basis das Stz. nr. 12. Das gesamte Grabdenkmal wird durch ein vorgesetztes schmiedeeisernes Gitter vom Chorbereich abgetrennt.5

Maße: H. 106, B. 131, T. 98, Bu. 6,5 (A), 10 cm (B).

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. A

    FRIDERIC(VS)a) · EP(ISCOPV)S · TRAIECTE(NSIS)b) · EX · MARC/HION(IBVS)c) · BADEN(SIBVS)d) · HIC · IACET · VIXITe) · AN(N)ISf) · LIX · MEN(SES)g) · II · DIES · XVI · OBIJT · XXIIII · SE/PTEMB(RIS) · AN(N)O · DO(MIN)Ih) · M · D · XVII ·

  2. B

    MORTEM · CVMi) VITAk) / MVTAREl)6) · PLEROSQ(VE)m) //n) VIDI7) · SECVTVS / EOSDEM · ECCEo) · IACEOp)

Übersetzung:

Friedrich Bischof von Utrecht aus (dem Stamm) der Markgrafen von Baden liegt hier. Er lebte 59 Jahre, zwei Monate und 16 Tage. Er starb am 24. September im Jahr des Herrn 1517. (A) – Sehr viele sah ich den Tod gegen das Leben eintauschen. Siehe, nachdem ich denselben gefolgt bin, liege ich (hier). (B)

Wappen:
Hochstift Utrecht/Baden8;
heraldisch rechts davon:9
[Baden]10[Lothringen]11 [Oettingen]12[Sponheim]13
[Pfalz]14[Helfenstein]15[Württemberg]16[Burggrafschaft Nürnberg]17
heraldisch links davon:9
[Österreich]18[Masowien]19[Visconti]20[Pommern]21
[unbekannt]22[Sizilien-Aragon]23[Litauen]24[Braunschweig]25.

Kommentar

Die äußerst sorgfältig geschlagenen Buchstaben weisen konstant schmale Kerben auf. Lediglich die Bögen sind geringfügig verstärkt. Der Schrägschaft des N wurde als Haarlinie ausgeführt. Die unauffälligen Sporen sind in Inschrift (A) am beiderseits überstehenden Deckbalken des A, am oberen Balken des E sowie am S einseitig zu dünnen Zierhäkchen verlängert. Die Schrägschäfte des spitzen A sind ganz schwach eingebogen. Das obere Bogenende des geschlossenen D ragt nach links über den Schaft hinaus. Die Balken des E sind gleich lang, die Schrägschafte des X geschwungen. Das I besitzt fast regelmäßig einen i-Punkt über der Zeile. Der Mittelteil des geraden M bleibt auf die obere Zeilenhälfte beschränkt. Das O ist spitzoval, die Cauda des R gewölbt. Als Worttrenner dienen lang ausgezogene Dreisporne auf halber Zeilenhöhe.

Ein Schreiben des Markgrafen Philipp von Baden an den Landschreiber Georg Hoß vom 4. Februar 1521 mit der Aufforderung, in Maulbronn „eÿn Steÿn zu des toten bildnis, deszglichen eyn Steyn zu eyns Engels Brustbild“ beschaffen zu lassen, bietet den terminus post quem für die Fertigung des Grabmals.26 Die Entscheidung für einen Bronzeguß fiel folglich erst später. Dessen Urheberschaft wurde seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert mehrfach kontrovers diskutiert: Nachdem die Figur von Robert Vischer als eine Arbeit Peter Vischers d. Ä. betrachtet worden war, lehnte Hubert Stierling diese Zuweisung aus qualitativen Gründen ab.27 Die Bearbeiter des Kunstdenkmälerinventars zogen indessen den Nürnberger Rotschmied Klaus Hofmann in Betracht, der 1523 an den badischen Hof umgezogen war.28 Sven Hauschke vertritt nun erneut trotz geringer Vergleichsmöglichkeiten die Anfertigung in der Werkstatt Peter Vischers d. Ä.29

Friedrich IV. wurde am 9. Juli 1458 geboren. Er war der dritte Sohn Markgraf Karls I. von Baden und Katharinas von Österreich.30 Als Neffe Kaiser Friedrichs III. und Cousin Maximilians I. verbanden ihn enge familiäre Beziehungen mit dem Haus Habsburg, das ihm den Erwerb zahlreicher Pfründen erleichterte und seine geistliche Laufbahn im eigenen Interesse förderte.31 Nachdem Friedrich am badischen Hof auch von Johannes Reuchlin ausgebildet worden war,32 absolvierte er sein Studium in Freiburg i. Br. und in Paris. In den achtziger und neunziger Jahren des 15. Jahrhunderts wurde er Dompförtner und Domkämmerer zu Straßburg, Domschatzmeister zu Straßburg und Trier, Propst von St. Florin in Koblenz sowie Domherr zu Speyer, Köln und Mainz.30 Schließlich erhielt er 1496 auf Betreiben Kaiser Maximilians I. die bischöflichen Weihen für die Diözese Utrecht. In den ersten fünfzehn Jahren seiner Amtszeit gelang es ihm, das Stift aus den Konflikten zwischen Burgund und Geldern herauszuhalten und zugleich die habsburgischen Erwartungen nicht zu enttäuschen. Als er sich jedoch weigerte, in einer militärischen Auseinandersetzung zwischen dem mit den Ständen des Niederstifts verbündeten Herzog Karl von Geldern und dem habsburgischen Feldherrn Frederik van IJsselstein Partei zu ergreifen,33 verlor er zunehmend das Vertrauen aller Seiten. Nachdem überdies 1514 bekannt geworden war, daß Friedrich den Versuch unternommen hatte, das für Habsburg strategisch bedeutsame Bistum Utrecht gegen Metz einzutauschen, forderte der Kaiser seinen Rücktritt. Zwei Jahre später (1516) reichte Friedrich – bereits erkrankt – seine Resignation ein und wurde am 18. März 1517 seines Amtes enthoben. Kurz danach zog er nach Lier (Belgien, Prov. Antwerpen), wo er am inschriftlich bezeugten Tag verstarb. Sein Leichnam wurde nach Baden überführt und in der Stiftskirche beigesetzt.34

Textkritischer Apparat

  1. Das E in das D und das I unter die Cauda des R gestellt.
  2. Das R und das zweite, epsilonförmige E etwas kleiner ausgeführt und unter den Balken des jeweils voranstehenden T gestellt.
  3. Das I über den Balken des H gestellt und nur etwa halb so groß ausgeführt.
  4. Das E in das D eingestellt.
  5. Das zweite I um die Hälfte kleiner ausgeführt und in die Mitte der Zeile gestellt.
  6. So statt AN(N)OS.
  7. Das E kleiner ausgeführt und unter den Mittelteil des M gestellt. M und N ligiert.
  8. Das I kleiner ausgeführt und in das O eingestellt.
  9. Das V kleiner ausgeführt und in das C eingestellt.
  10. Das I kleiner ausgeführt und in das V eingestellt, das A ebenfalls kleiner ausgeführt und unter den Balken des T gestellt. Danach die linke Ecksäulenbasis.
  11. Das E kleiner ausgeführt und unter die Cauda des R gestellt.
  12. Das R kleiner ausgeführt und in das O eingestellt. Ohne Kürzungszeichen.
  13. Unterbrechung durch die Mittelsäule.
  14. Das zweite C kleiner ausgeführt und in das erste eingestellt.
  15. Das E kleiner ausgeführt und in das C eingestellt.

Anmerkungen

  1. Materialangaben nach Hauschke, Grabdenkmäler 315 nr. 100.
  2. Zum Verlust des Schwertes vgl. BLB Karlsruhe K 218, Herr, Materialien 319: „Vor zeiten hatte dieser Prinz nebst dem Bischofs Stab auch ein Schwerd in seiner Hand, dies nahmen ihm die Franzosen 1689. mit dem Ausdruck: Ein Bischof braucht kein Schwerd.“ Der später angefertigte Ersatz aus Holz (vgl. Kdm. Baden-Baden 122) heute wiederum verloren.
  3. Angaben nach Kdm. Baden-Baden 122.
  4. Vgl. den ursprünglichen Zustand in Bibl. mun. Arras Ms. 1055 (176), Reisebeschreibung, fol. 147v. S. a. die Vorzeichnung der Wappen in GLA Karlsruhe 47/519, Visierung, o. S. Zur Ausführung als Putzmalerei vgl. das Schreiben Markgraf Philipps I. von Baden in GLA Karlsruhe 195/709 (wie Anm. 5). Zu den Jahresangaben vgl. Weis, Stiftskirche 37.
  5. Wie aus einem Schreiben Markgraf Philipps I. von Baden an seinen Landschreiber Georg Hoß vom 4.2.1521 hervorgeht, war das Gitter bereits in der ursprünglichen Planung des Grabmals vorgesehen, „domit nit von Schulern, oder andern des toten bildnis verletzt“ werde, vgl. GLA Karlsruhe 195/709, Actenfragmente, o. S., abgedr. in Rott, Quellen u. Forschungen, T. 3, Bd. 1, 84.
  6. Diese in der Renaissance häufiger gebrauchte Wendung für „sterben“ (vgl. nr. 344; DI 38 (Bergstraße) nr. 150) beruht vermutlich auf einer Formulierung in Cic. fam. 4,5,3: „ (…) hisce temporibus non pessime cum iis esse actum quibus sine dolore licitum est mortem cum vita commutare.“
  7. Der Textabschnitt bis VIDI orientiert sich in der Prosodie am Hexameter, weicht aber durch die zweite lange Silbe in PLEROSQ(VE) von dessen metrischen Schema ab.
  8. Geviert: 1/4. Hochstift Utrecht, 2/3. Baden. Helmzier: achteckiges, mit einem Kreuz bezeichnetes und an den Ecken mit je einer Pfauenfeder bestecktes Schirmbrett (Utrecht), mit Herzschild (Baden) belegt.
  9. Angaben nach Bibl. mun. Arras Ms. 1055 (176), Reisebeschreibung, fol. 147v–148r. Der heraldisch rechte Teil der Ahnenprobe entspricht in seiner Anordnung nicht den üblichen Schemata. In der oberen Reihe erscheinen nach dem Stammwappen zunächst lediglich die Wappen der Ehefrauen der agnatischen Stammreihe, die dann in der unteren Reihe generationenweise mit den noch fehlenden Wappen zur vollständigen Probe ergänzt werden. Der heraldisch linke Teil der Ahnenprobe ist dagegen völlig fehlerhaft und läßt sich auch nicht in Analogie zum rechten Teil in eine sinnvolle, mit den genealogischen Fakten in Einklang stehende Ordnung bringen. Auswahl und Anordnung der Wappen vor allem in der unteren Reihe erscheinen willkürlich. Eine durch Courtoisiestellungen geringfügig abweichende Vorzeichnung der Wappen siehe in GLA Karlsruhe 47/519, Visierung, o. S. Nach dieser ursprünglichen Vorlage wurde wohl die Restaurierung 1801 vorgenommen, vgl. RP Karlsruhe (Denkmalpflege), Photoarchiv, Neg.-nr. 0261. Eine teilweise fehlerhafte Identifizierung und genealogische Zuordnung siehe in GLA Karlsruhe Hfk-Hs nr. 510, Herr, Begräbnisse Stiftskirche, fol. 29v, 42r, 46r.
  10. Verweist auf Friedrichs Vater Karl I. von Baden, vgl. Schwennicke, Europ. Stammtafeln NF, Bd. 1.2, Taf. 267.
  11. Verweist auf Friedrichs Großmutter väterlicherseits, Katharina von Lothringen, vgl. ebd.
  12. Verweist auf Friedrichs Urgroßmutter Anna von Oettingen, die Mutter Jakobs I. von Baden, vgl. ebd.
  13. Verweist auf Friedrichs Ururgroßmutter Mechthild von Sponheim, die Mutter Bernhards I. von Baden, vgl. ebd.
  14. Verweist auf Friedrichs Urgroßmutter Margareta von der Pfalz, die Mutter Katharinas von Lothringen, vgl. Schwennicke, Europ. Stammtafeln NF, Bd. 1.2, Taf. 205. In RP Karlsruhe (Denkmalpflege), Photoarchiv, Neg.-nr. 0261 und GLA Karlsruhe 47/519, Visierung, o. S. linksgewendet wiedergegeben.
  15. Verweist auf Friedrichs Ururgroßmutter Beatrix von Helfenstein, die Mutter Annas von Oettingen, vgl. Europ. Stammtafeln NF, Bd. 16, Taf. 99.
  16. Verweist auf Friedrichs Ururgroßmutter Sophie von Württemberg, die Mutter Herzog Karls II. von Lothringen, vgl. Schwennicke, Europ. Stammtafeln NF, Bd. 1.2, Taf. 205.
  17. Verweist auf Friedrichs Ururgroßmutter Elisabeth von Hohenzollern, Burggräfin von Nürnberg, die Mutter Margaretas von der Pfalz, vgl. Schwennicke, Europ. Stammtafeln NF, Bd. 1.1, Taf. 91, 93.
  18. Verweist auf Friedrichs Mutter Katharina von Österreich, vgl. Schwennicke, Europ. Stammtafeln NF, Bd. 1.2., Taf. 267.
  19. Verweist auf Friedrichs Großmutter mütterlicherseits, Zimburg von Masowien, vgl. Schwennicke, Europ. Stammtafeln NF, Bd. 1.1, Taf. 42.
  20. Verweist auf Friedrichs Urgroßmutter Viridis Visconti, die Mutter Herzog Ernsts I. von Österreich, vgl. Schwennicke, Europ. Stammtafeln NF, Bd. 1.1, Taf. 42. In RP Karlsruhe (Denkmalpflege), Photoarchiv, Neg.-nr. 0261 und GLA Karlsruhe 47/519, Visierung, o. S. linksgewendet wiedergegeben.
  21. In Silber ein goldbewehrter grüner Greif; als Oberwappen auf gekröntem Spangenhelm zwei grüne Pfauenfedern (so statt eines Pfauenstoßes, vgl. Bibl. mun. Arras Ms. 1055 (176), Reisebeschreibung, fol. 148: „d’argent au griffon de sinople becqué membré mainbre d’or, pour cimier deux queues de paon de sinople“). Genealogisch unstimmig. Der heraldischen Anordnung und der Stammfolge nach wäre das Wappen Johannas von Pfirt zu erwarten, der Mutter Herzog Leopolds III. von Österreich, vgl. Schwennicke, Europ. Stammtafeln NF, Bd. 1.1, Taf. 41.
  22. In Grün ein rotgekrönter goldener Löwe, als Helmzier ein mit Pfauenfedern bestecktes sechseckiges Schirmbrett, auf dem das Wappenbild wiederholt wird. In RP Karlsruhe (Denkmalpflege), Photoarchiv, Neg.-nr. 0261 und GLA Karlsruhe 47/519, Visierung, o. S. linksgewendet wiedergegeben. Analog zur Anordnung der Schilde auf der heraldisch rechten Seite wäre allerdings Litauen zu erwarten, vgl. Anm. 24.
  23. Genealogisch unstimmig. Analog zur Anordnung der Schilde auf der heraldisch rechten Seite wäre an dieser Stelle das Wappen von Friedrichs Ururgroßmutter Beatrix della Scala, der Mutter der Viridis Visconti, zu erwarten, vgl. Europ. Stammtafeln NF, Bd. 2, Taf. 135. Statt dessen bezieht sich das Wappen auf die Schwiegermutter Elisabeths von Hohenzollern (vgl. Anm. 17), Beatrix von Aragon, die als Tochter König Pedros II. von Sizilien mit Kurfürst Ruprecht II. von der Pfalz vermählt worden war, vgl. Schwennicke, Europ. Stammtafeln NF, Bd. 1.1, Taf. 91.
  24. Verweist auf Friedrichs Urgroßmutter Alexandra von Litauen, die Mutter Zimburgs von Masowien, vgl. Europ. Stammtafeln NF, Bd. 2, Taf. 123. In RP Karlsruhe (Denkmalpflege), Photoarchiv, Neg.-nr. 0261 und GLA Karlsruhe 47/519, Visierung, o. S. linksgewendet wiedergegeben. Analog zur Anordnung der Schilde auf der heraldisch rechten Seite stimmt die Stellung des Wappens mit der Stammfolge nicht überein, vgl. Anm. 22.
  25. In Rot zwei goldene Leoparden (vgl. Bibl. mun. Arras Ms. 1055 (176), Reisebeschreibung, fol. 148: „de gueules à deux léopards d’or“). In GLA Karlsruhe 47/519, Visierung, o. S. zwei schreitende Löwen; hier als Oberwappen auf einem gekrönten Spangenhelm ein vor einen Pfauenstoß gestelltes und gezäumtes Roß erkennbar. Genealogisch unstimmig. Der heraldischen Anordnung und der Stammfolge nach wäre das Wappen von Friedrichs Ururgroßmutter Juliana von Twer aus dem Geschlecht der Rjurikiden zu erwarten, der Mutter Alexandras von Litauen, vgl. Europ. Stammtafeln NF, Bd. 2, Taf. 125.
  26. Vgl. GLA Karlsruhe 195/709, Actenfragmente, o. S., abgedr. in Kdm. Baden-Baden 126; van de Ven, De graftombe (wie unten) 77f.
  27. Vgl. Vischer, Über Peter Vischer den Älteren 166–169; Stierling, Beiträge 26f.
  28. Vgl. Kdm. Baden-Baden 126; Rott, Quellen und Forschungen, T. 3, Bd. 1, 84.
  29. Vgl. Hauschke, Grabdenkmäler 315–317 nr. 100.
  30. Vgl. Schwennicke, Europ. Stammtafeln NF, Bd. 1.2, Taf. 267.
  31. Zur Biographie Friedrichs vgl. Bischöfe (1996) 201f. (Lit.); s. a. NDB, Bd. 5, 592; Wilhelmus Heda, Historia episcoporum Vltraiectensium (…), Vltraiecti 1642, 315–325; Schoepflinus, Historia, tom. 2, 293–310.
  32. Vgl. Majus, Vita (wie unten) 151.
  33. Vgl. zu diesem Konflikt „Een paradijs vol weelde“. Geschiedenis van de stad Utrecht, onder redactie van Renger Evert de Bruin e. a., Utrecht 2000, 183–189.
  34. In Bischöfe (1996) 201f. als Ort der Beisetzung wohl irrtümlich die Burg Baden angegeben.

Nachweise

  1. BLB Karlsruhe D 113, Junglerus, Vera et genuina origo, fol. 28v.
  2. BLB Karlsruhe D 162, Junglerus, Stemmatis (…) radix, fol. 32r.
  3. Bibl. mun. Arras Ms. 1055 (176), Reisebeschreibung, fol. 147v. (Abb.).
  4. Henricus Majus, Vita Jo. Reuchlini Phorcensis, Durlaci 1687, 151.
  5. Sachs, Einleitung, T. 2, 645 (nach Majus).
  6. BLB Karlsruhe K 218, Herr, Materialien 318f.
  7. GLA Karlsruhe Hfk-Hs nr. 509, Merkwürdigkeiten, fol. 7v–8r.
  8. GLA Karlsruhe Hfk-Hs nr. 510, Begräbnisse Stiftskirche, fol. 29r.
  9. Herr, Begräbnisse Pfarrkirche 10f. (erw.).
  10. Baden-Baden und seine näheren und ferneren Umgebungen. Nach Zeichnungen von Carl Ludwig Frommel und Carl Lindemann-Frommel, [Karlsruhe, 1844], o. S. (Abb.; A/B nur angedeutet).
  11. GLA Karlsruhe N Mone 109, Mone, Aufzeichnungen Oosthal, fol. 60r.
  12. Andlaw, Collegiatstiftskirche (erw.).
  13. Kath. Stiftskirche 7f. nr. V.
  14. Becke-Klüchtzner, Grabstätten 116f. nr. 5.
  15. Vischer, Über Peter Vischer den Älteren 168f.
  16. Berthold Daun, Peter Vischer und Adam Krafft (Künstler-Monographien 75), Bielefeld 1905, 48f. (nur B; Abb. 38).
  17. Heffner, Führer 20 (erw.; Abb.).
  18. RP Karlsruhe (Denkmalpflege), Photoarchiv, Neg.-nr. 0261.
  19. Johannes Neuber, Ludwig Juppe von Marburg, Marburg 1915, 32 Anm. 3 (nur B).
  20. Stierling, Beiträge 26f. (erw.).
  21. Rudolf Helm, Skelett- und Todesdarstellungen bis zum Auftreten der Totentänze (Studien zur deutschen Kunstgeschichte 255), Straßburg 1928, 69 (nur B).
  22. Kdm. Baden-Baden 122 nr. V, 123f. (Abb. 99f.).
  23. A. J. van de Ven, De graftombe van bisschop Frederik van Baden, in: Jaarboekje van „Oud-Utrecht“ (1948) 62–78, hier 67f. (Abb. 1), 70f. (Abb. 2), 71 (A), 72 (B).
  24. RDK, Bd. 4, Sp. 192–194 (nur B; Abb. 4).
  25. Weis, Stiftskirche 37.
  26. Kathleen Rogers Cohen, The changing meaning of the transi tomb in fifteenth and sixteenth century Europe, Ann Arbor 1969, 625f. nr. 108 (Abb. 278–283).
  27. Bauch, Grabbild 259 (Abb. 383).
  28. 1000 Jahre Kirche 42f. (erw.; Abb.).
  29. Frank, Stiftskirche 26 (Abb.) – Schwarzmaier u. a., Geschichte 91 (Abb.).
  30. Gregory Todd Harwell, The tomb memorial of Margrave Frederick IV of Baden, bishop of Utrecht (d. 1517) in the Collegiate Church of Our Lady in Baden-Baden. A work of the Vischer foundry in Nuremberg, masch. Magisterarbeit d. Universität Heidelberg 1994 (für die Benutzung gesperrt).
  31. Hauschke, Grabdenkmäler 315–317 nr. 100 (Abb. 379–388).

Zitierhinweis:
DI 78, Stadt Baden-Baden und Landkreis Rastatt, Nr. 213 (Ilas Bartusch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di078h017k0021309.