Inschriftenkatalog: Aachen (Stadt)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 32: Stadt Aachen (1993)

Nr. 117 Kornelimünster, St. Kornelius 1620

Beschreibung

Epitaph des Abtes Johann von Gertzen, neben dem Annenaltar im ersten südlichen Seitenschiff. Blaustein. Vollplastische Figur des Verstorbenen, in vollem Ornat mit vor der Brust zusammengelegten Händen in einer Rundbogennische stehend. Der Kopf ist unbedeckt, das Gesicht trägt porträthafte Züge. Zwei geflügelte Putten halten einen Kranz und ein Stundenglas über ihn. Neben den Füßen das infulierte Abtswappen. Auf der Gegenseite ein Totenkopf mit Spruchband (B). Am Rundbogen die Inschrift (C). In den Ecken Vollwappen in Rollwerkkartuschen; Inschrift (A) am Rand umlaufend, untere Zeile kopfständig. Buchstaben erhaben, Worttrennung durch Vierspitze.

Maße: H. 245, B. 130, Bu. 4,2 (A), 3,0 (B), 2,5 (C) cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 32, Nr. 117 - Kornelimünster, St. Kornelius - 1620

 AWK NRW, Arbeitsstelle Inschriften [1/3]

  1. A

    A(NN)O · D(OMI)NI · 1 · 6 · 20 4 · IVLII / OBIIT · REVEREND(VS) · ET · GENEROS(VS) · D(OMI)N(V)S · D(OMINVS)a) · IO(HANN)ES · HENRICVS · A · GERTZEN · COGNOMENTOb) / SYNTZICH · IMPERIALIS · HVIVS / MONASTERIIc) · CORNELII · AD · INDAM · ABBAS · CVI(VS) · ANIMA · REQVIESCAT · IN · PACE

  2. B

    MEMENTO MORI

  3. C

    CREDO · VIDERE · BONA · DOMINI · IN · TERRA · VIVENTIVM · PSALMO · 261)

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1620 am 4. Juli starb der ehrwürdige und edle Herr Johannes Heinrich von Gertzen gen. Sintzich, Abt dieses Reichsklosters des Kornelius an der Inde, dessen Seele in Frieden ruhen möge.

Gedenke des Sterbens!

Ich glaube, die Güter des Herrn zu sehen auf der Erde der Lebenden.

Wappen:
Gertzen-SintzichMetternich zu Sommersberg
NesselrodeTroistorff

Kommentar

Das ausgewogene, ruhige Schriftbild der Kapitalis entspricht der sehr qualitätvollen Gestaltung des Epitaphs. Johann von Gertzen, Sohn des Wilhelm von Gertzen und der Margarethe von Metternich2), studierte 1580 an der Genfer Universität.3) 1597 ist er als Kantor der Abtei Kornelimünster belegt.4) Im Dezember desselben Jahres wurde er zum Abt gewählt5) und am 1. Mai 1598 vom Generalvikar des Kölner Erzbischofs geweiht.6) Er starb „post diutinae infirmitatis molestias et gravissimos dolores praeclaro patientiae exemplo fortiter toleratos“.7) Die Abtsliste von Kornelimünster verzeichnet den Tod des Abtes am 3. Juli.8)

Textkritischer Apparat

  1. om. KDM.
  2. COGNOMEN TO KDM.
  3. add. S(ANCTI) KDM.

Anmerkungen

  1. Ps. 26,13 (iuxta LXX).
  2. Macco, Beiträge I, S. 26 Anm. 35; Europ. Stammtafeln IV, Tf. 51.
  3. J. Hansen, Verzeichnis von Studierenden aus Aachen und dem Herzogtum Jülich aus den Jahren (1450) 1517–1614 auf den Universitäten Erfurt, Genf, Heidelberg, Herborn, Leyden und Löwen, ZAGV 7, 1885, S. 135.
  4. HStAD Kornelimünster, Nr. 424.
  5. HStAD Kornelimünster, Nr. 424.
  6. StA, Dep. Kornelimünster 70.
  7. StA, Thenen, Aquisgranum, f. 637v.
  8. BSB, Slg. Redinghoven XVIII, f. 348r.

Nachweise

  1. KDM 9,2, S. 63.
  2. Macco, Beiträge I, S. 26.
  3. Oidtmann, Schutz, S. 180 u. Anm. 3.

Zitierhinweis:
DI 32, Stadt Aachen, Nr. 117 (Helga Giersiepen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di032d002k0011705.