Die Inschriften des Aachener Doms

3. DER HISTORISCHE HINTERGRUND DER INSCHRIFTEN

3.1. Baugeschichte

Bereits vor der Errichtung der karolingischen Kirche existierte an deren heutigem Standort ein christlicher Kultbau; in dieser älteren Kirche dürfte Pippin der Jüngere 765/766 das Weihnachts- und das Osterfest gefeiert haben.22) Die annalistische Überlieferung wurde durch Grabungen bestätigt, bei denen Reste des Vorgängerbaus aufgefunden wurden.23) Unter anderem stieß man im östlichen Bereich des Zentralbaus auf Reste eines Altarfundaments.24) Die Datierung dieses Vorgängerbaus ist bislang ungeklärt.

Über den Baubeginn der Marienkirche liegen keine Zeugnisse vor. Die ältere Forschung leitet den Zeitpunkt des Bauabschlusses vorwiegend aus einer Nachricht der erst im 14. Jh. abgefaßten Annales Tielenses ab, nach der die Marienkirche im Jahre 805 durch Papst Leo III. geweiht worden sein soll.25) Die Weihenachricht selbst ist historisch unglaubwürdig, und der aus ihr abgeleitete zeitliche Ansatz liegt wohl einige Jahre zu spät.26) Zeitgenössische Quellen belegen nämlich, daß [Druckseite XV] der Kirchenbau bereits in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre des 8. Jh. weit fortgeschritten war.27)

Kern des karolingischen Bauteils der Marienkirche ist der sechzehneckige Zentralbau, der italienische bzw. byzantinische, über Italien vermittelte Vorbilder rezipiert.28) Das Oktogon und der zweigeschossige Umgang waren ursprünglich nach Osten durch einen annähernd rechteckigen, ebenfalls doppelgeschossigen Anbau abgeschlossen.29)

Im Westen schloß sich an den Zentralbau der Westbau an, über dem sich ein rechteckiger Turm erhob, der wohl als Glockenturm diente. Er wurde von Beginn an durch die beiden bis heute erhaltenen, nördlich bzw. südlich gelegenen Treppentürme flankiert.

Das untere Geschoß des Westbaus, die Vorhalle, war ursprünglich offen und führte auf das karolingische Atrium. Es wurde an der Nord- und Südseite von Hallen begrenzt, deren offene Arkaden wohl zu Beginn des 13. Jh. zugemauert bzw. abgerissen wurden.30) Das Aussehen des westlichen Atriumabschlusses ist bislang ungeklärt, doch konnte aufgrund der neuesten Grabungsergebnisse die Existenz einer karolingischen Torhalle im Westen mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.31) Der Boden im Bereich des Atriums wurde von einem Kanal schräg durchschnitten.32) Er versorgte vermutlich einen Brunnen in der Mitte des Atriums mit Wasser, als dessen Aufsatz zeitweise der heute in der Vorhalle aufgestellte Pinienzapfen gedient haben soll (vgl. Nr. 13).33)

Nördlich und südlich des karolingischen Kirchenbaus konnten zwei rechteckige Annexbauten erschlossen werden, deren Funktion ungeklärt ist.34)

Die prachtvolle innere Ausstattung der karolingischen Kirche wird bereits von Einhard hervorgehoben. Er berichtet, daß Karl der Große die Aachener Kirche „auroque et argento et luminaribus atque ex aere solido cancellis et ianuis adornavit“.35) Aus der Bauzeit der Kirche stammen auch die ersten Inschriften, die in die Ausgestaltung des Innenraumes einbezogen wurden. Einhard überliefert den Anbringungsort und die letzten Worte der metrischen Inschrift, die im Oktogon unterhalb des Kranzgesimses zwischen dem ersten und zweiten Geschoß in roter Farbe aufgetragen war (Nr. 6). Reste figürlicher Malerei mit einer Beischrift (Nr. 7) und eine Probeinschrift auf einem Pfeiler des oberen Umgangs (Nr. 8) geben Zeugnis von einer ersten malerischen Ausschmückung der Kirche um 800.

Bereits in karolingischer Zeit war die Marienkirche musivisch ausgestaltet.36) Aufgrund von Be-[Druckseite XVI]-schreibungen des 17. Jh.37), vor allem einer Abbildung bei Ciampini38), und mit Hilfe der im 19. Jh. unter dem Putz aufgefundenen Vorzeichnungen rekonstruierte man die Darstellung eines Mosaiks im zentralen Gewölbe, der sog. Kuppel. Es zeigte den thronenden Christus, umgeben von vier die Evangelisten symbolisierenden Wesen. Rundherum waren die 24 Ältesten dargestellt, die sich von ihren Sitzen erhoben.39) 1880/81 wurde die Kuppel des Oktogons durch Jean Baptiste Bethune dieser Rekonstruktion entsprechend mosaiziert.40)

Um die Jahrtausendwende ließ Kaiser Otto III. die Marienkirche ausmalen.41) Reste der Malereien wurden 1869/70 bei der Entfernung der Tünche besonders im Obergeschoß des Westbaus, an den Wänden des oberen Umganges, im nördlichen Treppenturm und an den Bogenansätzen des unteren Umganges freigelegt.42) Die in der Vita Balderici überlieferten Inschriften (Nr. 14) wurden zwar nicht aufgefunden, wohl aber eine fragmentarische Beischrift zu ornamentalen Verzierungen (Nr. 15).

Nach der Mitte des 14. Jh. begannen die Bauarbeiten am gotischen Chor43), der 1414 fertiggestellt war (Nr. 56)44). Der karolingische Ostbau, in dem der Hauptaltar der Kirche, der Marienaltar, stand, wurde niedergelegt. Der Petrusaltar wurde aus dem östlichen Umgangsjoch in den Ostteil des neuen Chores,45) der Ambo Heinrichs II. (Nr. 19) auf dessen Südseite an seinen heutigen Standort verbracht. Auch der Karlsschrein fand seinen Platz im gotischen Chor, und zwar in einem Retabelaufbau hinter dem Choraltar.46)

DI  31, Nr. 35 - Dom, Schatzkammer - vor 1220-1238
 Domkapitel Aachen | Nr. 35, Abb. 11 | Dom, Marienschrein (vor 1220–1238)

Der Hauptaltar der Kirche und Krönungsaltar der deutschen Könige47), der Marienaltar, stand nach der Fertigstellung des Chores in dessen westlichem Bereich. Hinter ihm war der Marienschrein aufgestellt, der die vier großen Heiligtümer barg.48) Wohl um die Mitte des 15. Jh. wurde um den Altar eine kleine Marienkapelle erbaut.49) Auf ihrem Gewölbe wurde ein Altar zu Ehren Simeons des Gerechten errichtet, der vom oberen Umgang aus zugänglich war. 1786 wurde die Kapelle im Zusammenhang mit „Modernisierungsmaßnahmen“ abgerissen.50) Die Wände des gotischen Chores wurden Ende des 15. Jh. mit Wandmalereien ausgestaltet (Nr. 71).51)

[Druckseite XVII] Oktogon und Sechzehneck sind von einem Kranz von Kapellen umgeben, die zwar teilweise romanischen Ursprungs sind, deren heutige Gestaltung aber auf das 14. bis 15. bzw. das 18. Jh. zurückgeht.

In der Nordwestecke schließt die doppelgeschossige gotische Nikolaus- und Michaelskapelle an das Sechzehneck an. Der romanische Vorläuferbau der Nikolauskapelle entstand vermutlich in staufischer Zeit.52) Genaue Erkenntnisse über den Baubeginn des gotischen Kapellenneubaus fehlen bislang,53) doch dokumentiert die Jahreszahl 1473 unter dem Gesims des Wandpfeilers am Sechzehneck den zeitlichen Ablauf der Bauarbeiten.54) Die Kapelle war spätestens 1487 fertiggestellt, als Arnold von Merode „in altari noviter in capella Sti. Nicolai dicte ecclesie nostre constructo“ eine Messe dotierte (vgl. Nr. 72).55) Die im oberen Geschoß gelegene Michaelskapelle wurde 1513 geweiht.56) Das Obergeschoß des Kapellenbaus besteht aus einer an drei Seiten umlaufenden Empore, die sich an der Ostseite (über dem Altarraum der Nikolauskapelle) zum eigentlichen Raum der Michaelskapelle erweitert.

Der Raum vor der Nikolauskapelle ist im 13. Jh. erstmals als Begräbnisort der Stiftsgeistlichkeit bezeugt.57) Nach dem Neubau der Kapelle wurden die Bestattungen in der Kapelle selbst vorgenommen. Einige der Grabplatten, die im Eingangsbereich des Vorgängerbaus gelegen hatten, wurden in den Innenraum verbracht und in den Bodenbelag integriert (vgl. Nr. 36, 44, 45, 53, 55, 60). Die Nikolauskapelle besaß mehrere Altäre, die auf Stiftungen von Kanonikern zurückgingen. Neben dem Nikolausaltar sind ein wohl von Arnold von Merode gestifteter Agathenaltar, ein Andreas-, ein Maternus- sowie ein Gregor- oder Georgaltar nachweisbar.58)

Bei Königskrönungen wurde der erwählte Herrscher vor der Krönungsmesse von der Stiftsgeistlichkeit an der Innentür der Nikolauskapelle empfangen.59)

DI 31, Nr. 74 - Dom, Nikolauskapelle - 1498
 AWK NRW, Arbeitsstelle Inschriften | Nr. 74, Abb. 1 | Dom, Grabplatte Hermann von Wesel (1498)

Im Zuge einer Wiederherstellung nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in der Kapelle neue Heizkanäle angelegt und der Fußboden begradigt.60) Dabei wurden mehrere Grabplatten umgelegt, darunter drei, die bei den Arbeiten neu aufgefunden worden waren.61)

An der Nordseite des Sechzehnecks liegt ferner die ebenfalls zweigeschossige Karls- und Hubertuskapelle, in deren Bereich 1867 und 1911 bei Grabungen Fundamente des nördlichen Annexbaus aus karolingischer Zeit gefunden wurden.62) Der Kapellenbau wurde Mitte des 15. Jh. an der Stelle einer romanischen Mauritiuskapelle errichtet.63) Die Hubertuskapelle im Erdgeschoß, deren Hubertus- und Sebastianusaltar 1474 geweiht worden war,64) bot einen Zugang zur Marienkirche von der Nordseite aus. Die Karlskapelle, in der die deutschen Könige in der Nacht vor ihrer Krönung wachten,65) besaß neben dem Karls- einen Mauritiusaltar. Sie diente von 1873–1881 als Schatzkammer und zu Beginn des 20. Jh. als Lapidarium.66) Beide Kapellen wurden 1868–1871 restauriert.

An der Südseite schließt die Matthiaskapelle an den gotischen Chor an. Der zweigeschossige Bau dürfte in etwa gleichzeitig mit dem gotischen Chor entstanden sein und wurde von Beginn an als Sakristei genutzt.67)

Westlich der Matthiaskapelle wurde um die Mitte des 15. Jh. an der Stelle eines romanischen Vorgängerbaus die gotische Annakapelle errichtet.68) Der Kapellenraum selbst, der als Friedhofskapelle diente, befindet sich im Obergeschoß. Das Untergeschoß war ursprünglich an drei Seiten zum südlich der Marienkirche gelegenen Friedhof hin geöffnet und ermöglichte den Zugang zur Kirche. 1491 erhielt [Druckseite XVIII] die Aachener Muttergottes-Bruderschaft vom Stiftskapitel die Erlaubnis, ihre Mitglieder in dieser offenen Laube zu bestatten.69) 1772 wurde das Untergeschoß zugemauert und dient seitdem ebenfalls als Sakristei. Die Annakapelle wurde 1862–1872 restauriert, wobei man die Vermauerung der unteren Bögen in gotischen Formen erneuerte.70)

Der Kapellenkranz um das karolingische Sechzehneck endet mit der Ungarischen Kapelle, deren erster Bau auf die Regierungszeit Ludwigs I. von Ungarn zurückgeht (1342–1382). Der Grund für die Stiftung der Kapelle war die große Anzahl ungarischer Pilger, die an der Aachener Heiligtumsfahrt teilnahmen und deren Betreuung durch ungarische Geistliche gewährleistet werden sollte.71) 1366 werden die Rektoren der Kapelle erstmals urkundlich erwähnt,72) und eine abschriftlich überlieferte Bauinschrift vermeldet ihre Stiftung für das Jahr 1367 (Nr. 41). Die gotische Kapelle wurde beim Stadtbrand 1656 stark beschädigt. Mitte des 18. Jh. faßte man ihren Neubau in barockem Stil ins Auge, der 1767 weitgehend fertiggestellt war.73)

Eine Reihe weiterer Kapellen, die in ihrer Mehrzahl als Begräbnisstätten dienten, war im 13. Jh. in das karolingische Atrium eingebaut worden.74) Im Stadtbrand 1656 schwer beschädigt, wurden sie 1730 ganz niedergerissen. Ebenfalls im Bereich des Atriums, aber nicht in dieses integriert, befand sich die romanische Johannes- oder Taufkapelle, deren barocker, 1766 fertiggestellter Nachfolgebau bis heute erhalten ist.75)

Vermutlich auf Initiative Philipps von Schwaben, der von 1189–1190 und 1191–1193 Propst des Marienstiftes war,76) wurde nordwestlich der Kirche der romanische Kreuzgang errichtet.77) Ende des 15. Jh. begannen die Arbeiten an einem gotischen Kreuzgang78), dessen Nord- und Ostflügel im Stadtbrand 1656 vollständig zerstört wurde.79) Dem Zweiten Weltkrieg fielen der Westflügel und Teile des Südflügels zum Opfer.80) Bei den Wiederaufbauarbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg wurden verschiedene Inschriftensteine als Spolien in die Südmauer des Kreuzgangs eingefügt (Nr. 1, 37, 93, 98, 101–104).

Der große Stadtbrand am 2. Mai 1656 verschonte also auch die Marienkirche nicht. Allerdings waren die Schäden nicht so verheerend, wie ein Augenzeugenbericht glauben macht, nach welchem „die weitberühmte Basilica B. Mariae Virginis, oder unser Liebe frawe Münster mit ihren Klocken, Zierath, samt beyde Thüren bis auffs Mauerwerk ist abgebrand“.81) Die Dächer des Oktogons, des Chores und der Kapellen sowie der Turmhelm wurden zerstört, der obere Teil des Turmes mußte erneuert werden.82) Das Mauerwerk selbst jedoch blieb unversehrt, und es gelang, die Reliquien rechtzeitig auf einer Insel im Teich des Kapuzinerklosters in Sicherheit zu bringen.

Im Zweiten Weltkrieg kamen neben dem Kreuzgang die Dächer und die Verglasung verschiedener Bauteile und zum Dombereich gehöriger Gebäude zu Schaden.83) Ein Großteil des Kirchenbaus wurde [Druckseite XIX] nicht oder nur leicht beschädigt, die Kunstschätze konnten durch Umbauung oder Flüchtung gerettet werden.

3.2. Marienkirche und Marienstift

Karl der Große ließ die „basilica sanctae Dei genitricis84) Aquisgrani opere mirabili constructa“ – so Einhard85) – gegen Ende des 8. Jh. erbauen (vgl. Nr. 6).86) Die Forschung über die Funktion der neuerrichteten Marienkirche hat durch die Arbeiten Falkensteins87) in jüngerer Zeit neue Anstöße erhalten. In der älteren Literatur wird allgemein die Auffassung vertreten, die Kirche sei als Pfalzkapelle gegründet worden und habe vor allem der Aufnahme der dinglichen capella des Königs gedient;88) erst später – aber noch vor 87089) – sei an ihr ein Kanonikerstift eingerichtet worden. Falkenstein hingegen ist der Ansicht, daß die Kirche von Beginn an Stifts- und Pfarrkirche, nicht aber Pfalzkapelle war. Er stützt seine Argumentation zugunsten einer Stiftsgründung schon durch Karl den Großen einerseits auf vermögensrechtliche Argumente,90) andererseits auf die Funktion der Kirche für das Totengedächtnis des Kaisers. Diplome Lothars I.91) und Karls des Kahlen92) unterstreichen die Aufgabe, die die Aachener Kirche hinsichtlich des Gebetsgedenkens für Karl den Großen zu erfüllen hatte.93) Der liturgische Dienst am Grabe eines verstorbenen Herrschers wurde aber üblicherweise von einer Mönchs- oder Klerikergemeinschaft wahrgenommen, die an der betreffenden Grabkirche bestand.94) Falkenstein schließt daraus, daß es auch an der Marienkirche in Aachen von Beginn an eine ortsfeste Klerikergemeinschaft gab, zumal die Narratio eines Diploms Karls des Kahlen für Compiègne von 877 ebendies überliefert95). Seine Überlegungen werden durch Quellen gestützt, die bereits für die Zeit Karls des Großen auf kirchliches Eigenvermögen im Bereich des Fiskus Aachen schließen lassen96) und für die Regierungszeit Ludwigs des Frommen die Schenkung von Fernbesitz in Traben belegen.97) Fleckenstein98) und Schieffer99) räumen die Notwendigkeit einer Neudatierung der Stiftsgründung ein. Gegen eine Datierung in die Zeit Karls des Großen wendet Schieffer jedoch ein, daß erst der Fernbesitz den vermögensrechtlichen Unterschied zwischen einer beliebigen Eigenkirche und einem Stift ausmacht und die besitzgeschichtliche Spur deshalb bislang nicht über die Zeit Ludwigs des Frommen zurückführt.100) Da die Institution des Kanonikerstiftes allgemein durch die Aachener Synode von 816 neuen Auftrieb und einen festen Rahmen und zudem ein Klerikerverband an der Aachener Marienkirche mit dem Totengedenken Karls des Großen seit 814 eine wichtige liturgische Aufgabe erhalten hatte, hält [Druckseite XX] Schieffer es für denkbar, daß erst unter Ludwig dem Frommen eine Stiftsgemeinschaft an der Marienkirche etabliert worden ist.101)

Die Frage nach dem Zeitpunkt der Stiftsgründung ist verbunden mit der Frage nach der Bedeutung, die die Marienkirche für die Hofkapelle Karls des Großen besaß. Fleckenstein sieht die Kirche in erster Linie als Pfalzkapelle, die der Aufnahme der personalen und dinglichen capella des Kaisers diente102) und erst in zweiter Linie andere Aufgaben zu erfüllen hatte, etwa die eines Stiftes oder einer Fiskalkirche103). Falkenstein gelangt in der Auseinandersetzung mit den Quellen, die Fleckenstein und andere für ihre These heranziehen, zu der Überzeugung, daß Marienkirche und Hofkapelle institutionell und räumlich völlig voneinander getrennt waren.104) Schieffer nimmt in dieser Frage insofern eine Zwischenposition ein, als er eine Nutzung der Marienkirche als Gottesdienstraum der Hofkapelle und Aufbewahrungsort der dinglichen capella während der Aufenthalte des Hofes in Aachen vermutet, zugleich aber die Existenz einer ortsfesten Klerikergemeinschaft nicht ausschließt.105)

Geht man also in der Forschung seit den Untersuchungen Falkensteins allgemein davon aus, daß das Aachener Kanonikerstift früher gegründet wurde als bislang angenommen, hat sich hinsichtlich des Verhältnisses zwischen der Marienkirche und der Hofkapelle noch keine einheitliche Forschungsmeinung gebildet.

Hingegen blieb Falkensteins Schlußfolgerung, daß die Marienkirche von einer älteren, an gleicher Stelle errichteten Vorgängerkirche106) von Beginn an die Funktion einer königlichen Fiskalkirche mit seelsorgerischen Aufgaben übernommen hat,107) weitgehend unwidersprochen.108) Selbst nachdem einige Pfarraufgaben an jüngere Kirchen der Stadt (etwa an die benachbarte Foillanskirche) übergegangen waren, blieb doch das Taufrecht als Ausdruck der Pfarreigenschaft bei der Marienkirche.109) Zur Ausbildung selbständiger, von der Marienkirche unabhängiger Pfarren ist es in Aachen bis zum Ende des Alten Reiches nicht gekommen.

Die Zahl der Kanoniker am Marienstift ist für die Frühzeit nicht gesichert. Falkenstein vermutet mit guten Gründen, daß die Gemeinschaft zunächst nur aus zwölf Kanonikern bestand,110) deren Zahl durch Otto III. verdoppelt wurde.111) Im Spätmittelalter war der Konvent auf 40 Kanoniker angewachsen.112) Das Stift wurde von einem Vorsteher geleitet, der bis zum 10. Jh. als abbas, dann im allgemeinen als Propst (praepositus) bezeichnet wurde.113) Da der Propst sich räumlich wie institutionell zunehmend vom Stiftskapitel entfernte, gingen die ursprünglich von ihm wahrgenommenen Aufgaben allmählich auf den Dechanten über.114)

DI 31, Nr. 102 - Dom, Kreuzgang (früher Dechanei) - vor 1541
 AWK NRW, Arbeitsstelle Inschriften | Nr. 102, Abb. 1 | Dom, Türsturz aus der Dechanei (vor 1541)

Unter den Dechanten des Marienstifts nimmt Johannes Schönrad (1520–1541) nicht nur aufgrund seiner engen Beziehungen zum apostolischen Stuhl und seiner humanistischen Neigungen eine besondere Stellung ein (vgl. Nr. 93), sondern er ist auch inschriftlich am besten belegt: Mehrere Tür- und [Druckseite XXI] Fensterstürze der unter ihm neu errichteten Dechaneigebäude tragen seinen Namen (vgl. Nr. 93, 95, 98, 101–104), und er ist auch der Auftraggeber der 1535 gegossenen Johannesglocke (Nr. 100).

Sein Grab in der Nikolauskapelle115) ist heute nicht mehr nachweisbar. Hingegen ist eine Anzahl von Grabplatten und Epitaphien von Stiftskanonikern erhalten, die die archivalische Überlieferung hinsichtlich der persönlichen Lebensdaten und familiären Herkunft der Kanoniker ergänzen und überdies mitunter aufschlußreiche Einblicke in deren Selbstverständnis gewähren (vgl. besonders Nr. 132 und unten S. XXIXff.).

3.3. Die Marienkirche und die deutschen Herrscher

Die Aachener Pfalz und die Marienkirche nahmen durch die häufigen Aufenthalte Karls des Großen in Aachen seit 794116) eine hervorragende Stellung ein. Nach dem Tode Karls fand dies in der Entscheidung Ausdruck, den Herrscher in der Aachener Marienkirche beizusetzen117), da man überzeugt war, „nusquam eum honestius tumulari posse quam in ea basilica, quam ipse ... construxit118). Die schriftliche Überlieferung verschweigt allerdings den genauen Ort der Grabstätte, und auch wiederholte Grabungen im Bereich der Marienkirche konnten ihn nicht sicher nachweisen (vgl. Nr. 9).119)

Karl der Große ist für die Herrscher des ostfränkischen bzw. deutschen Reiches über Jahrhunderte hinweg Leitbild geblieben. Diese Kontinuität manifestierte sich u. a. in der seit Otto I. üblichen Krönung der deutschen Könige in der Marienkirche,120) in deren zeremoniellen Ablauf die Thronsetzung auf den als „sedes Karoli“ bezeichneten Königsstuhl (vgl. Nr. 122) im Hochmünster eingebettet war.121)

Vor allem diejenigen unter den deutschen Königen, deren Herrschaftsauffassung in besonderem Maße in dem Bewußtsein gründete, Nachfolger Karls des Großen zu sein, betrachteten Aachen und gerade die Marienkirche als Kristallisationspunkt karolingischer Tradition. Sie wurden zu bedeutenden Förderern der liturgischen Verehrung Karls des Großen.

DI  31, Nr.  24 - Dom, Schatzkammer - um 1165
 AWK NRW, Arbeitsstelle Inschriften | Nr. 24, Abb. 2 | Dom, Kapsel eines Kreuzreliquiars (um 1165)

Besondere Verehrung erfuhr Karl der Große durch Otto III.122), der die Öffnung des Karlsgrabes veranlaßte. Da er den Ort des Grabes nicht kannte, ließ er an der Stelle, wo er es vermutete, den Boden öffnen und graben und stieß tatsächlich auf die Grabstätte des großen Karl.123) Otto selbst stieg in die Grabkammer hinab, kleidete den Toten neu an und entnahm bei dieser Gelegenheit den sog. Talisman Karls des Großen und ein Kreuz, die beide am Hals des Kaisers hingen (vgl. Nr. 24).124) Die Schilderung dieser Episode ist durch die Verwendung mehrerer Topoi geprägt125), zu denen auch die Suche nach dem Grab gehören mag126). Jedenfalls hat sich die Überlieferung, Karl der Große habe in seinem Grab auf einem Thron gesessen127), als mit den Grabungsergebnissen unvereinbar und sicherlich unhistorisch erwiesen.128) [Druckseite XXII] Auch die Gebeine Ottos III. wurden auf seinen Wunsch in Aachen und damit in der Nähe des verehrten Vorgängers bestattet (vgl. Nr. 18).129)

Der Nachfolger Ottos III., Heinrich II., gründete in Aachen das Adalbertstift und das Kloster St. Nikolaus,130) wo auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin der Gottesdienst „in memoriam magni Karoli seniorisque mei tercii Ottonis“ gefeiert werden sollte.131) Seiner Wertschätzung für die Marienkirche gab er durch die Stiftung eines prächtig geschmückten Ambos (Nr. 19) Ausdruck.

Friedrich Barbarossa veranlaßte die Erhebung der Gebeine Karls des Großen und seine Kanonisation am 29. Dezember 1165.132) Der Staufer stiftete der Aachener Marienkirche nicht nur ein Reliquiar für einen Armknochen Karls (Nr. 25), sondern mit dem prächtigen Radleuchter im Oktogon (Nr. 28) eines der bedeutendsten Ausstattungsstücke der Kirche. Sein Sohn, Philipp von Schwaben, war zeitweise Propst des Marienstiftes.133) Auf seine Initiative geht vermutlich die Errichtung des romanischen Kreuzganges zurück.134)

Auch Friedrich II. fühlte sich mit Aachen in besonderem Maße verbunden. In seiner Anwesenheit fand 1215 die Übertragung der Gebeine Karls des Großen in den Karlsschrein statt, und nach Angabe der Chronik des Reinerus von Lüttich war es der König selbst, der den Schrein mit dem letzten Nagel verschloß.135) Der Karlsschrein wurde „in choro ecclesie beate Marie virginis gloriose versus altare summum eiusdem virginis gloriose“ aufgestellt,136) bis er nach der Fertigstellung des gotischen Chores dort seinen Platz fand.137) Friedrich II. stellte dem Marienstift mehrere Urkunden aus, darunter eine, die die Verwendung bestimmter Einnahmen für Instandhaltungs- und Restaurierungsarbeiten an Kirche und Kirchenschatz verfügte.138)

Einen erneuten Höhepunkt erreichte die Karlsverehrung der deutschen Herrscher unter Karl IV.,139) der vielleicht als Stifter des Karlsreliquiars (Nr. 46) und des Rahmens der Lukasmadonna (Nr. 49) sowie mehrerer weiterer Stücke aus dem Domschatz zu betrachten ist.140)

Jedoch nicht nur die deutschen, auch die französischen Könige erwiesen dem fränkischen Herrscher ihre Verehrung.141) Karl V. führte die liturgische Verehrung Karls des Großen am französischen Hof ein.142) Ludwig XI. von Frankreich schenkte 1481, wie schon Friedrich I., der Marienkirche ein Reliquiar für einen Arm Karls des Großen.143) Im 15. Jh. ist erstmals bezeugt, daß die französischen Herrscher nach ihrer Krönung zum Gedenken an Karl den Großen ein gesticktes Anniversartuch nach Aachen schickten.144) [Druckseite XXIII]

3.4. Reliquien- und Wallfahrtswesen

DI  31, Nr. 2  - Dom, Schatzkammer - 7. Jh.?
 AWK NRW, Arbeitsstelle Inschriften | Nr. 2, Abb. 1 | Dom, Stoffhülle für Germanusreliquien (7. Jh.?), Ausschnitt

Neben liturgischem Gerät im engeren Sinne stattete Karl der Große die Marienkirche auch mit Reliquien aus,145) die seiner dinglichen capella entstammten.146) Darunter mögen sich bereits einige Reliquien fränkischer Heiliger, etwa der Heiligen Germanus (vgl. Nr. 2) und Martial (vgl. Nr. 3), befunden haben, die noch heute zum Domschatz gehören.

Erste, allerdings vorsichtig zu ziehende Rückschlüsse auf die Zusammensetzung des Reliquienschatzes in der Frühzeit ermöglicht eine von Angilbert, dem Laienabt von St. Riquier (Centula), zu Beginn des 9. Jh. erstellte Auflistung der Reliquien, die er nach eigenen Angaben von Karl dem Großen erhalten hatte.147) Zwischen diesem Verzeichnis und dem Reliquienbestand der Aachener Marienkirche lassen sich deutliche Übereinstimmungen feststellen.148) Für einige der Reliquien, die sowohl zu Beginn des 9. Jh. in St. Riquier als auch später in Aachen nachweisbar sind, darf man eine gemeinsame Herkunft aus der dinglichen capella Karls des Großen vermuten, zumindest sofern es sich um Partikel von Heiligen handelt, deren Verehrung weniger verbreitet war.149)

Eine erste zuverlässige Übersicht über den Reliquienbestand des Marienstifts gibt ein Verzeichnis, das in zwei Abschriften vom Ende des 12. Jh. vorliegt.150) Schiffers führt es auf eine verlorene karolingische Vorlage zurück.151)

Im Jahre 1239 erstellten Dechant und Kapitel des Marienstifts eine Liste der Reliquien, die 1238 dem alten Marienschrein entnommen worden waren.152)

Eine herausragende Bedeutung unter den Reliquien kommt den sog. vier „großen“ und drei „kleinen“ Heiligtümern zu. Die „großen“ Heiligtümer153) – das Marienkleid, die Windeln und das Lendentuch Jesu sowie das Enthauptungstuch Johannes' des Täufers – werden neben zahlreichen anderen Reliquien in dem 1239 fertiggestellten Marienschrein (vgl. Nr. 35) aufbewahrt. Gesonderte Reliquiare beherbergen die drei „kleinen“ Heiligtümer: einen ledernen Gürtel und ein Stück vom Geißelstrick Christi sowie einen Stoffgürtel Mariens.

Die sieben Heiligtümer bildeten den Hauptanziehungspunkt für die Pilger. Wallfahrten nach Aachen sind bereits für das 10. Jh. bezeugt154) und nahmen spätestens seit dem 12. Jh. erhebliche Ausmaße an155), ohne jedoch bereits die organisatorisch festgefügte Form der späteren siebenjährlichen Heiligtumsfahrt mit Zeigung der Reliquien zu besitzen. Diese setzt nämlich die Kenntnis von den großen Heiligtümern voraus, die nach urkundlichem Zeugnis erst 1238 bei der Öffnung des alten Marienschreins wiederaufgefunden wurden.156) Die Einhaltung eines Siebenjahresturnus läßt sich seit 1349 nachweisen.157)

[Druckseite XXIV] Das erste urkundliche Zeugnis für die Zeigung der großen Heiligtümer während einer Heiligtumsfahrt stammt aus dem Jahre 1312.158) Bereits 1328 wird jedoch die Reliquienzeigung erwähnt, „prout ab olim fieri est consuetum“.159) Während die Heiligtümer zunächst im Innenraum der Kirche zur Schau gestellt wurden,160) ging man spätestens in der ersten Hälfte des 14. Jh. zur Zeigung vom Kirchturm aus über, die – eingeschränkt – bis heute üblich ist.161)

DI  31, Nr. 43 - Dom, Schatzkammer - nach 1370?
 AWK NRW, Arbeitsstelle Inschriften | Nr. 43, Abb. 1 | Dom, Chormantelschließe (nach 1370?)

Das 14. und 15. Jh. brachte den Höhepunkt in der Entwicklung der Aachenfahrt.162) Neben Pilgern aus allen Teilen des deutschen Reiches nahmen zahlreiche Wallfahrer aus anderen Ländern daran teil.163) Unter ihnen bildeten die Ungarn und die Böhmen eine besonders große und bedeutende Gruppe. 1362 stiftete Karl IV. den Wenzelsaltar, dessen böhmischer Priester die geistliche Betreuung der Wallfahrer aus seiner Heimat übernehmen sollte.164) Wenige Jahre später wurde die von König Ludwig I. von Ungarn gestiftete Ungarische Kapelle an der Marienkirche geweiht, die vor allem den zahlreichen ungarischen Pilgern zur Verfügung stehen sollte.165) Zu ihrer Ausstattung gehörten nicht nur liturgische Gerätschaften und Paramente (vgl. Nr. 43), sondern auch drei Reliquienostensorien mit den Reliquien ungarischer Heiliger (vgl. Nr. 39, 40).166) 1495 stifteten auch slowenische Pilger einen bepfründeten Altar, an dem Gottesdienst in slowenischer Sprache gehalten wurde.167)

Während die deutschen und französischen Könige die Marienkirche, wie gesehen168), als örtlichen Anknüpfungspunkt an die karolingische Tradition betrachteten, stand bei Königen und hohen Adeligen anderer Länder und Gebiete die Teilnahme an der Heiligtumsfahrt im Vordergrund, die sie zum Anlaß für teilweise großzügige Schenkungen nahmen. Unter den Stiftern befanden sich König Ludwig I. von Ungarn (Nr. 39–41, 43), Margarethe von York, die Gemahlin Karls des Kühnen von Burgund (vgl. Nr. 66), die Statthalterin der spanischen Niederlande, Isabella Clara Eugenia (Nr. 131), sowie König Philipp IV. von Spanien (Nr. 133).

3.5. Die Marienkirche und die Stadt Aachen

Verbindungen zwischen dem vicus bzw. der Stadtgemeinde Aachen und der Marienkirche ergaben sich nicht nur aus deren Funktion als Pfarrkirche, sondern erwuchsen auch aus der speziellen historischen Situation von Stadt und Stift.169) Das um 1158 gefälschte, 1166 durch Friedrich I. bestätigte Karlsprivileg170) verfügt, daß „in templo eodem regia sedes locaretur et locus regalis et caput Gallie trans Alpes haberetur.171) Es ist die Marienkirche, nicht die Stadt Aachen, der damit eine herausgehobene Stellung als „Vorort“ zugestanden wird, und erst im Laufe der Zeit wird dieser Anspruch auf die Stadt übertragen.172) Die Stellung Aachens im Reich, seine Rolle als „Hauptstadt“, leitete sich also von der regia sedes [Druckseite XXV] ab, dem Königsthron in der Marienkirche, der mithin für die Entstehung und das Selbstverständnis der Stadtgemeinde von hervorragender Bedeutung war.173) Die größere Bedeutung des Stifts im Vergleich zur Stadt kommt auch darin zum Ausdruck, daß das von der Stadt genutzte sogenannte Karlssiegel bis 1273 vom Stiftskapitel verwahrt wurde.174)

Im späten Mittelalter kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Stift, die sich an Fragen der Immunitätsgrenzen entzündeten.175)

Seit dem 15. Jh. besaß die Stadt ein verbrieftes Mitbewahrungsrecht an den Heiligtümern.176) Es findet bis heute darin Ausdruck, daß der Marienschrein nur in Anwesenheit städtischer Vertreter geöffnet und wieder verschlossen werden darf, wie es zur Entnahme der Reliquien anläßlich jeder Heiligtumsfahrt geschieht. Der Schlüssel zum Schloß des Schreines wird halbiert und jeweils eine Hälfte dem Stifts- bzw. Domkapitel und der Stadt zur Aufbewahrung übergeben.

Ein weiteres Recht der Stadt, das die Zuständigkeit des Stiftskapitels einschränkte, ergab sich indirekt aus der Aachenfahrt. König Ludwig I. von Ungarn, der die Ungarische Kapelle an der Marienkirche zur geistlichen Betreuung der ungarischen Wallfahrer gestiftet hatte (vgl. Nr. 41), übergab sie 1370 „magistris civium, scabinis ac iuratis“ der Stadt, die mit ihrer Verwaltung betraut wurden.177) Die Kapelle und ihre Ausstattung blieb somit dem Einfluß des Stiftskapitels entzogen.

3.6. Die Schatzkammer

Es ist nicht bekannt, wo die liturgischen Gerätschaften, Bücher und Gewänder der Marienkirche in früh- und hochmittelalterlicher Zeit aufbewahrt wurden. Dasselbe gilt für die Reliquien, sofern sie nicht im Karlsschrein, im alten oder in dem 1239 fertiggestellten Marienschrein verschlossen waren. Erst für das 15. Jh. ist die Existenz eines Reliquien- und Schatzschrankes belegt (vgl. Nr. 81), der in der als Sakristei genutzten Matthiaskapelle stand.178) Er wurde Mitte des 19. Jh. auseinandergenommen und durch einen neu angefertigten Schrank ersetzt. 1794 wurde der Kirchenschatz vor den heranrückenden französischen Truppen nach Paderborn geflüchtet und gelangte erst zehn Jahre später wieder nach Aachen zurück.179) In den Jahren 1873 bis 1881 fand er seinen Platz in der Karlskapelle, die sich jedoch als klimatisch ungeeignet erwies.180) Der Schatz wurde deshalb 1881 in die Ungarische Kapelle verbracht und dort in Schränken verschlossen. Um einen Ausgleich für die mangelnde Zugänglichkeit des Kirchenschatzes zu schaffen, wurde 1909 während der Heiligtumsfahrt im Kreuzgang eine Ausstellung der Schatzstücke veranstaltet.181) Angesichts der Kriegsereignisse brachte man den Kirchenschatz 1918 zunächst in die Armseelenkapelle und lagerte ihn schließlich wiederum nach Paderborn aus, von wo er 1922 nach Aachen rückgeführt wurde.182) Die Armseelenkapelle wurde zur Schatzkammer ausgebaut, die 1931 fertiggestellt wurde. 1975 bis 1979 wurde an der Westseite des Kreuzganges eine moderne Schatzkammer mit Museumscharakter neu errichtet und ausgestattet.

Neben den kriegerischen Ereignissen des 20. Jh. bedeutete vor allem die Zeit der französischen Herrschaft eine Gefährdung für den Bestand des Domschatzes. Das Reichsevangeliar (vgl. Nr. 86), der sogenannte Säbel Karls des Großen183) und die Stephansburse (Nr. 10), die 1794 mit dem restlichen Schatz aus Aachen geflüchtet worden waren, wurden auf Veranlassung Kaiser Franz II. von diesem getrennt und 1801 nach Wien verbracht.184) Bis heute befinden sie sich dort in der Weltlichen Schatzkammer. Die Stadt Aachen besitzt lediglich Kopien, die heute im sogenannten Krönungssaal des Rathauses aufbewahrt werden.

[Druckseite XXVI] Im Sommer 1804 schenkte der erste Aachener Bischof, Marc Anton Berdolet, der Kaiserin Josephine, die sich zu einem Besuch in Aachen aufhielt, mehrere Stücke des Domschatzes. Neben einigen Reliquienpartikeln befanden sich darunter der sog. Talisman Karls des Großen185) und die Lukasmadonna (Nr. 49), die Otto III. der Überlieferung zufolge dem Karlsgrab entnommen haben soll.186) Die Stücke gelangten an verschiedene Erben Josephines und wurden in alle Welt zerstreut, so daß ihre Herkunft aus dem Aachener Domschatz in einigen Fällen nur schwer nachweisbar ist.187)

Zitationshinweis:

DI 31, Aachen Dom, Einleitung, 3. Der historische Hintergrund der Inschriften (Helga Giersiepen), in: inschriften.net,  urn:nbn:de:0238-di031d001e009.

  1. Ann. Regni Francorum, MGH SS in usum schol., ad a. 765. »
  2. H. CHRIST, Ein pippinisches Reliquiengrab unter dem karolingischen Marienaltar der Aachener Pfalzkapelle, in: SCHIFFERS, Reliquienschatz, S. 87–96; KREUSCH, Beiträge IV, S. 38–55; DERS., Kirche, S. 464–469; FALKENSTEIN, Entstehung, S. 65–69; H. CÜPPERS, Beiträge zur Geschichte des römischen Kur- und Badeortes Aachen, in: Aquae Granni, S. 32–37. Entsprechend den römischen Fluchtlinien wich die Vorgängerkirche von der genauen Ostung der Marienkirche etwa 38–40°.* nach Norden ab (KREUSCH, Kirche, S. 464).  »
  3. Zur Bedeutung dieses Altares vgl. FALKENSTEIN, Entstehung, S. 68f.  »
  4. MGH SS XXIV, S. 22: „Anno Domini 804. Leo papa hyemavit Aquisgrani et ibidem ecclesiam a Karolo constructam in honore beate Marie virginis cum magna solempnitate consecravit“. Die älteste Quelle, die eine angebliche Weihe der Kirche durch Papst Leo III. überliefert, ist das gefälschte Karlsprivileg aus dem 12. Jh. Vgl. MEUTHEN, Aachener Urkunden, S. 95, 114. Zum Quellenwert der Weihenachricht vgl. FALKENSTEIN, Lateran, S. 36–38.  »
  5. Vgl. FALKENSTEIN, Lateran, S. 36–39; DERS., Entstehung, S. 141 Anm. 457. »
  6. So schreibt Alkuin am 22. Juli 798 in einem Brief an Karl den Großen: „Fuit quoque nobis sermo de columnis, quae in opere pulcherrimo et mirabili ecclesiae, quam vestra dictavit sapientia, statutae sunt.“ (MGH Epp. 4, S. 244.). Das Chronicon Moissiacense erwähnt bereits zum Jahre 796 die „ecclesiam mirae magnitudinis“, die Karl in Aachen hat errichten lassen (MGH SS 1, S. 303; vgl. dazu FALKENSTEIN, Lateran, S. 22–30). Vgl. J. RAMACKERS, Das Grab Karls d. Gr. und die Frage nach dem Ursprung des Aachener Oktogons, HJb 75, 1956, S. 134; FALKENSTEIN, Lateran, S. 39. »
  7. Vgl. dazu ausführlich G. BANDMANN, Die Vorbilder der Aachener Pfalzkapelle, in: Karl d. Gr. Lebenswerk und Nachleben 3, S. 424–462. »
  8. FAYMONVILLE, Dom, S. 33f.; WINANDS, S. 38. Vgl. auch die Darstellung auf dem Widmungsrelief des Karlsschreins (Abb. 21t). Der östliche Anbau beherbergte im unteren Geschoß den Marienaltar. Der ebenfalls seit dem Beginn des 9. Jh. bezeugte Erlöseraltar dürfte im oberen Stock des Ostbaus gestanden haben (FAYMONVILLE, Dom, S. 95ff.; FALKENSTEIN, Lateran, S. 74–77; DERS., Entstehung, S. 63 Anm. 116). WISMANN und HUGOT wollen ihn im Westbau der Kirche lokalisieren (WISMANN, S. 20ff.; HUGOT, Westbau, S. 120ff.; DERS., Baugeschichtliches, S. 19f.). Er wurde 1076 nach einer Entweihung zu Ehren des Erlösers, des Kreuzes, Mariens und anderer Heiliger neu konsekriert (QUIX, Cod. dipl. Nr. 43; LEVISON/SCHULTE, Verzeichnis, S. 569; vgl. FALKENSTEIN, Entstehung, S. 63). »
  9. J. BUCHKREMER, Das Atrium der karolingischen Pfalz zu Aachen, ZAGV 20, 1898, S. 247–264; DERS., Neue Funde des karolingischen Atriums der Münsterkirche, ZAGV 48/49, 1926/27, S. 279–282; KREUSCH, Beiträge IV; DERS., Kirche, S. 505–511.  »
  10. W. M. KOCH, Archäologischer Bericht für die Jahre 1985/86 im Gebiet der Stadt Aachen, ZAGV 93, 1986, S. 198–203. »
  11. J. BUCHKREMER, Das Atrium der karolingischen Pfalzkapelle zu Aachen, ZAGV 20, 1898, S. 257f.; KREUSCH, Kirche, S. 509. »
  12. QUIX, Münsterkirche, S. 24. »
  13. Der nördliche Annexbau wurde bei Grabungen in den 80er Jahren des 19. Jh. aufgefunden, der entsprechende Bau auf der Südseite wurde 1910–1914 ergraben. Zum Aussehen und zur möglichen Funktion der Gebäude vgl. L. HUGOT, Die Pfalz Karls d. Gr., in: Karl d. Gr. Lebenswerk und Nachleben III, S. 565f. und besonders FALKENSTEIN, Lateran, S. 169–176. »
  14. Einhard, Vita Karoli Magni, cap. 26, S. 30. Zu den Bronzegittern vgl. K. PAWELEC, Aachener Bronzegitter. Studien zur karolingischen Ornamentik um 800 (Bonner Beiträge zur Kunstwissenschaft 12), Köln 1990. »
  15. Walafried Strabo erwähnt 829 erstmals den Mosaikschmuck der Marienkirche:
    Templa regis fundata sacris, rex magne, lapillis, / quorum pensa pater quondam tibi magnus adauxit; / aurea cui ludunt summis simulacra columnis.“ (Carm. XXIII: Versus in Aquisgrani palatio editi anno Hludowici imperatoris XVI. de imagine tetrici, MGH Poetae II, S. 373, v. 108ff.). »
  16. Voyage de Pierre Bergeron (1619), p. 201; À BEECK, p. 51; E. STEPHANY, Die Bilder aus Aachen für Monsieur Peiresc, 1607/08, ZAGV 69, 1957, S. 67–70.  »
  17. J. CIAMPINI, Vetera monumenta, in quibus praecipue musiva opera sacrarum profanarumque aedium structura ... illustrantur, Roma 1699, II, p. 129, cap. XXII: De Aquisgranensi basilica. »
  18. Nach Apc. 4, 4. Vgl. FAYMONVILLE, Dom, S. 76; C. RHOEN, Der ehem. malerische und plastische Wandschmuck im karolingischen Theile des Aachener Münsters, AAV VIII, 1895, S. 113–116; H. SCHNITZLER, Das Kuppelmosaik der Aachener Pfalzkapelle, AKB 29, 1964, S. 17–44. SCHNITZLER vermutet aufgrund ikonographischer und stilistischer Überlegungen, daß die anthropomorphe Darstellung Christi erst im 12. oder 13. Jh. hinzugefügt wurde (a. a. O., S. 23–38). »
  19. KDM 10, 1, S. 165. Zwischen 1908 und 1913 wurden nach Plänen Hermann Schapers auch der untere und obere Umgang und der Tambour mit Mosaiken ausgestattet (vgl. P. HECKES, Die Mosaiken Hermann Schapers im Aachener Münster, AKB 52, 1984, S. 187–230). »
  20. Vita Balderici episcopi Leodiensis, MGH SS IV, S. 729. »
  21. Vgl. CLEMEN, Romanische Monumentalmalerei, S. 33–38. »
  22. HStAD Aachen Marienstift, Urk. 211 von 1355 Mai 14; FAYMONVILLE, Dom, S. 160 (Druck). Vgl. WINANDS, S. 41ff. »
  23. Am 28. Jan. 1414 erfolgte die Chor- und Altarweihe (KDM 10, 1, S. 63). »
  24. Der Altar wurde zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus, aller Apostel, des Hl. Adalbert, Karls des Großen und Heinrichs II. neu geweiht. FAYMONVILLE, Dom, S. 209; WINANDS, S. 45. »
  25. WINANDS, S. 72. »
  26. F. K. BECKER, Der ehem. Marienaltar des Aachener Münsters in den Kapitelsprotokollen des Marienstifts, ZAGV 37, 1915, S. 203; SCHULTE, Kaiser- und Königskrönungen, S. 69; zuletzt WINANDS, S. 95f. »
  27. WINANDS, S. 72. Vgl. unten S. XXIIIf. »
  28. Die Dotierung zweier Rektorenstellen an diesem Altar im Jahre 1455 (QUIX, Cod. dipl., S. 31–33) bietet den terminus ante quem für die Bauzeit der Kapelle. Zum Kapellenbau vgl. F. K. BECKER, Die ehem. Marienkapelle des Aachener Münsters, die Krönungsstätte der deutschen Könige (Diss. Aachen 1915), Sonderdruck aus der Zeitschrift für Bauwesen, Berlin 1916 und zuletzt WINANDS, S. 88f. Ein Rekonstruktionsversuch ergab, daß die von acht Pfeilern begrenzte Kapelle aus einem Joch und einem Fünfachtelschluß nach Osten hin bestand. Das Joch der etwa 5,50 m langen Kapelle war den Pfeilern des Sechzehnecks angegliedert und besaß an der Nord- und der Südseite einen Eingang. WINANDS, S. 92f., nach BECKER. »
  29. Vgl. BECKER, Der ehem. Marienaltar (wie Anm. 47), S. 211f. »
  30. A. BARDENHEWER, Berichte des Karlsvereins 1916, S. 28–34; CLEMEN, Gotische Monumentalmalereien, S. 438f.; KDM 10, 1, S. 162; WINANDS, S. 72ff. Die Malereien wurden mehrfach ausgebessert (HStAD Aachen Marienstift, A. 11q, f. 365; 11r, f. 48; 11t, f. 289). Eine erste Ausmalung, die die Schlußsteine und die Rippenansätze betraf, erfolgte bereits 1414 (CLEMEN, Gotische Monumentalmalereien, S. 438f.). »
  31. WINANDS, S. 166. »
  32. Ebd. S. 168. »
  33. Ebd.; H. SAUER, Die Steinmetzzeichen des Aachener Domes, ZAGV 74/75, 1962/63, S. 467–476. »
  34. WINANDS, S. 168; VON COELS, Arnold von Merode, S. 116f. »
  35. WINANDS, S. 169. »
  36. Vgl. unten S. XXVII. »
  37. WINANDS, S. 193. »
  38. Ebd. »
  39. F. KREUSCH, Wiederherstellungen, S. 58. Weitere Restaurierungsarbeiten wurden in den Jahren 1866–1871, 1984–1986 und 1990 durchgeführt (WINANDS, S. 169, 174; BUCHKREMER, Beiträge III, S. 39). »
  40. Es sind dies die Grabplatten des Hermann von Wesel (Nr. 74) und des Wilhelm von Wylre (Nr. 124). Bei dem dritten Neufund soll es sich nach KREUSCH (Wiederherstellung, S. 58) um die Grabplatte eines Karsilius aus dem 14. Jh. gehandelt haben. Vielleicht ist sie identisch mit der Platte Nr. 83, die neben der Grabplatte Wesel in den Boden eingelassen ist, aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes aber nicht mehr identifiziert werden kann. »
  41. WINANDS, S. 132. »
  42. Ebd. S. 133ff. »
  43. Ebd. S. 136 Anm. 3. »
  44. FAYMONVILLE, Dom, S. 286. »
  45. WINANDS, S. 156. »
  46. Ebd. S. 97f.; KDM 10, 1, S. 95ff. »
  47. WINANDS, S. 114ff.; KDM 10, 1, S. 97ff. »
  48. HStAD Aachen Marienstift, U. 569 von 1491 Jan. 9; WINANDS, S. 115. Vgl. ebd. S. 126 zu möglichen weiteren Funktionen des Untergeschosses des Kapellenbaus. »
  49. WINANDS, S. 116. »
  50. E. TÖMÖRY, Geschichte der ungarischen Kapelle zu Aachen, Ungarische Jahrbücher 12, 1932, S. 189; E. THOEMMES, Die Wallfahrten der Ungarn an den Rhein (Veröffentlichungen des Bischöflichen Diözesanarchivs 4), Aachen 1937, S. 82ff.  »
  51. Urkunden und Regesten zur Geschichte der Rheinlande aus dem Vatikanischen Archiv, gesammelt und bearbeitet von H. V. SAUERLAND (Publikationen der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde XXIII) Bd. V (1362–1378), Bonn 1910, S. 195f. Nr. 523f. »
  52. Mit der Planung war zunächst Johann Joseph Couven betraut worden. Der Neubau wurde zwar nach seinen Plänen in Angriff genommen, wegen erheblicher Mängel aber nicht beendet. Nach dem Abriß der von Couven begonnenen Teile kam schließlich das Konzept Joseph Morettis zur Ausführung. Vgl. WINANDS, S. 205ff. »
  53. WINANDS, S. 253. Er führt eine Quirinus- und eine Katharinakapelle im Nordflügel sowie eine Georg-, eine Martins-, eine Antonius-, eine Servatius- und eine Barbarakapelle im Südteil des Atriums an. »
  54. WINANDS, S. 260. »
  55. MEUTHEN, Pröpste, S. 47–49. »
  56. Nach Angabe des mittleren Aachener Totenbuchs ließ Philipp „claustrum et dormitorium“ des Stiftes errichten. TEICHMANN, Totenbuch, S. 97. »
  57. FAYMONVILLE, Dom, S. 440. »
  58. BUCHKREMER, Beiträge III, S. 55. »
  59. Ebd. S. 57. »
  60. C. RHOEN, Der große Brand zu Aachen am 2. Mai 1656, Aachen 1896, S. 11. »
  61. Ebd. S. 14; BUCHKREMER, Beiträge III, S. 11. »
  62. Das alte Aachen, seine Zerstörung und sein Wiederaufbau (Aachener Beiträge für Baugeschichte und Heimatkunde Bd. 3), hrsg. von A. HUYSKENS, Aachen 1953, S. 9–12; BUCHKREMER, Beiträge III, S. 100. »
  63. Zur Diskussion um ein angebliches doppeltes Marien- und Erlöserpatrozinium vgl. FALKENSTEIN, Lateran, S. 62–77. »
  64. Vita Karoli Magni, c. 17. »
  65. Zur Datierung vgl. FALKENSTEIN, Lateran, S. 38–41 und oben S. XIVf. »
  66. FALKENSTEIN, Lateran (1966) und besonders DERS., Entstehung (1981). Vgl. neuerdings auch DERS., Charlemagne et Aix-la-Chapelle, Byzantion 61, 1991, S. 231–289. »
  67. Vgl. etwa FLECKENSTEIN, Hofkapelle I, S. 100f.; W. LÜDERS, Die Hofkapelle der Karolinger bis zur Mitte des 9. Jh. Capellae auf Königsgrund, Archiv für Urkundenforschung 2, 1909, S. 52f. Zu diesem Ansatz vgl. FALKENSTEIN, Entstehung, bes. S. 33–45. »
  68. 870 wird im Vertrag von Meersen die „abbatia de Aquis“ erwähnt (MGH Capit. 2, S. 194). »
  69. Er beruft sich dabei insbesondere auf Belege, nach denen bereits Ludwig der Fromme die Marienkirche mit immobilem Sondervermögen ausgestattet hat (FALKENSTEIN, Entstehung, S. 53ff.). Für die Zeit Karls des Großen selbst lassen sich diesbezüglich keine gesicherten Aussagen treffen, doch versucht FALKENSTEIN, aufgrund späterer Belege auf eine mögliche Grundausstattung rückzuschließen (ebd., S. 56–98). »
  70. MGH DD Karol. 3, Nr. 136 von 855 Jan. 16 für das Aachener Marienstift. Vgl. FALKENSTEIN, Entstehung, S. 46–50. »
  71. Receuil des actes de Charles II le Chauve roi de France (840–877), ed. G. TESSIER, Bd. 2 Paris 1952, Nr. 425 von 877 Mai 5 für das Marienstift in Compiègne. Vgl. FALKENSTEIN, Entstehung, S. 33–45. »
  72. Vgl. FALKENSTEIN, Entstehung, S. 48f., 113–116; DERS., Die Kirche der hl. Maria, S. 17. »
  73. Vgl. E. EWIG, Die Rheinlande in fränkischer Zeit (451–919/931) = Rheinische Geschichte Bd. 1/2, hrsg. von F. PETRI/G. DROEGE, Düsseldorf 1980, S. 97. »
  74. Receuil des actes de Charles II le Chauve (wie Anm. 92) Nr. 425: „avus scilicet noster Karolus ... in palatio capellam in honore beate Dei genitricis et virginis Mariae construxisse ac clericos inibi Domino .. constituisse“. Dieser Hinweis wird in der älteren Literatur übergangen oder als retrospektive Verfälschung bewertet. LÜDERS (wie Anm. 88), S. 73f.; FLECKENSTEIN, Hofkapelle I, S. 154. Vgl. dazu FALKENSTEIN, Entstehung, S. 38–41, 106f. »
  75. FALKENSTEIN, Entstehung, S. 56–75. »
  76. FALKENSTEIN, Entstehung, S. 53–55, 75–78; NOLDEN, Besitz und Einkünfte, S. 226f. Zu möglichem früherem Fernbesitz in Konzen vgl. ebd. S. 172, 294. »
  77. Aachener Marienstift, S. 24. »
  78. Hofkapelle, S. 17ff. »
  79. SCHIEFFER, Hofkapelle, S. 18; FLECKENSTEIN, Aachener Marienstift, S. 21ff. »
  80. SCHIEFFER, Hofkapelle, S. 18ff. »
  81. Hofkapelle I, S. 100. In der älteren Forschung wird die dingliche Kapelle Karls des Großen mit dem Reliquienschatz der Marienkirche identifiziert (vgl. LÜDERS [wie Anm. 88], S. 73; FLECKENSTEIN, Hofkapelle 1, S. 95; SCHIFFERS, Reliquienschatz, S. 7–31. Vgl. dazu FALKENSTEIN, Entstehung, S. 91–94). FALKENSTEIN weist hingegen nach, daß der Reliquienschatz des Kaisers mit dem der Marienkirche nicht identisch war (Entstehung, S. 94–98). FLECKENSTEIN stimmt ihm in diesem Punkt jetzt zu (Aachener Marienstift, S. 23). »
  82. FLECKENSTEIN, Aachener Marienstift, S. 24–28, wo er den Aspekt der Pfarrkirche erstmals in seine Überlegungen einbezieht. »
  83. Entstehung, S. 102–107, 132–137. Er macht auf die Möglichkeit aufmerksam, daß die dingliche capella in einem Oratorium im Pfalzbereich aufbewahrt wurde (Entstehung, S. 97). »
  84. Hofkapelle, S. 16. Er weist darauf hin, daß die häufige Anwesenheit der Hofkapelle zu Lebzeiten Karls des Großen, wenn sie denn tatsächlich die Marienkirche für ihre liturgischen Belange nutzte, eine Kanonikergemeinschaft in ihrer eigenständigen Entwicklung hemmen mußte (ebd. S. 20). »
  85. Vgl. oben S. XIV. »
  86. FALKENSTEIN, Entstehung, S. 65–72; DERS., Die Kirche der hl. Maria, S. 59f. Der Pfarrgottesdienst wurde am Erlöser- und Kreuzaltar im Obergeschoß abgehalten (vgl. FALKENSTEIN, Entstehung, S. 62–65). »
  87. Vgl. FLECKENSTEIN (Aachener Marienstift, S. 24f.) und SCHIEFFER (Hofkapelle, S. 20), die in der Nutzung der Marienkirche sowohl als Stifts- und Pfarrkirche wie auch als Pfalzkapelle keinen Widerspruch sehen. »
  88. Die Taufen wurden seit Errichtung der ersten Taufkapelle um 1200 im allgemeinen dort, zwischen Karsamstag und Pfingstsamstag aber im Hochmünster vorgenommen. Vgl. FALKENSTEIN, Entstehung, S. 64, und zur Taufkapelle WINANDS, S. 260. »
  89. Entstehung, S. 120–125. »
  90. Vgl. den Eintrag im mittleren Aachener Totenbuch: „Obiit Otto imperator tercius, qui duplicavit prebendas fratrum“ (TEICHMANN, Totenbuch, S. 53 Nr. 23). »
  91. LICHIUS, Verfassung, S. 79; FALKENSTEIN, Entstehung, S. 120. »
  92. Vgl. Nr. 13 und MEUTHEN, Pröpste, S. 7. »
  93. Vgl. LICHIUS, S. 37ff.; MEUTHEN, Pröpste, S. 8. »
  94. Vgl. das Testament des Johannes Schönrad (DomA VI. 4.8). »
  95. Vgl. E. EWIG, Résidance et capitale pendant le haut Moyen Âge, Révue historique 230, 1963, S. 25–72 (61). »
  96. Nach Einhards Angabe hatte Karl sich zu Lebzeiten nicht zu dem von ihm gewünschten Bestattungsort geäußert (Vita Karoli magni c. 31, S. 35). Dem widerspricht ein (allerdings recht frühes und Einhard wohl unbekanntes) Diplom Karls für die Abtei St. Denis, wo sein Vater Pippin bestattet war „et nos <i. e. Karolus>, si domino placuerit, sepeliri cupimus“ (MGH DD Karol. 55 von 769 Jan. 13; vgl. H. BEUMANN, Grab und Thron, S. 29). »
  97. Einhard, Vita Karoli magni, c. 31, S. 35. »
  98. Eine Zusammenfassung der Grabungsergebnisse und des Forschungsstandes findet sich bei BEUMANN, Grab und Thron, S. 9–38. »
  99. Bis 1531 fanden 32 Krönungen in Aachen statt. Vgl. SCHULTE, Kaiser- und Königskrönungen; KAEMMERER, Quellentexte, S. 99–189; FALKENSTEIN, Die Kirche der hl. Maria, S. 33–35. FALKENSTEIN weist darauf hin, daß Heinrich II. (1002) und Konrad II. (1024) in Mainz gekrönt wurden und sich die Aachener Krönungstradition erst mit der Krönung Heinrichs III. (1028) endgültig festigte. »
  100. SCHULTE, Kaiser- und Königskrönungen, S. 73; SCHRAMM, Herrschaftszeichen 1, S. 344–351. Der zeremonielle Verlauf der Krönung Ottos I. wird ausführlich bei Widukind von Corvey beschrieben (Res gestae Saxonicae II 1–2, MGH SS rer. Germ. in usum schol., S. 64f.). »
  101. Vgl. FALKENSTEIN, Die Kirche der hl. Maria, S. 35. »
  102. Karoli imperatoris ossa ubi requiescerent, cum dubitaret, rupto clam pavimento, ubi ea esse putavit, fodere iussit, quousque haec in solio inventa sunt regio, iussit“. Thietmari Chron. IV, c. 47, MGH SS rer. Germ. N. S. IX, S. 185f. »
  103. Chron. Novaliciense III, c. 32, MGH SS VII, S. 106. »
  104. So soll Karl der Große völlig unverwest auf einem Thron gesessen und einen „odorem permaximum“ verströmt haben. Vgl. dazu FOLZ, Souvenir, S. 92f. »
  105. Vgl. FOLZ, Souvenir, S. 212; MEUTHEN, Aachener Urkunden, S. 108. »
  106. Chron. Novaliciense III, c. 32, MGH SS VII, S. 106. »
  107. BEUMANN, Grab und Thron, S. 10–13. »
  108. Vgl. dazu BEUMANN, Grab und Thron, S. 14ff. mit weiterer Literatur; FALKENSTEIN, Die Kirche der hl. Maria, S. 35. Die Eingeweide des Kaisers wurden in Augsburg beigesetzt. »
  109. A. HUYSKENS, Die Aachener Kirchengründungen Kaiser Heinrichs II. in ihrer rechtsgeschichtlichen und kirchenrechtlichen Bedeutung, ZAGV 42, 1920, S. 233–294. »
  110. MGH DH II 98 von 1005 Juli 6. »
  111. Vgl. das Diplom Friedrichs I. von 1166 Jan. 8 (MEUTHEN, Aachener Urkunden, Nr. 1–2, S. 117). Vgl. J. PETERSOHN, Saint-Denis – Westminster – Aachen. Die Karls-Translatio von 1165 und ihre Vorbilder, DA 31, 1975, S. 420–454 und zuletzt zusammenfassend O. ENGELS, Des Reiches heiliger Gründer. Die Kanonisation Karls des Großen und ihre Beweggründe, in: Karl d. Gr. und sein Schrein, S. 37–46. Zum Zusammenhang der Heiligsprechung mit der Herrschaftsauffassung Barbarossas vgl. FOLZ, Souvenir, S. 203-208; H. APPELT, Die Kaiseridee Friedrich Barbarossas, in: Friedrich Barbarossa (Wege der Forschung Bd. 390), hrsg. von G. WOLF, Darmstadt 1975, S. 236f.; G. KOCH, Auf dem Wege zum Sacrum Imperium. Studien zur ideologischen Herrschaftsbegründung der deutschen Zentralgewalt im 11. und 12. Jh., Wien/Köln/Graz 1972, S. 209f.; MEUTHEN, Barbarossa und Aachen, S. 41. »
  112. 1189 bis 1190 und 1191 bis 1193. Vgl. MEUTHEN, Aachener Pröpste, S. 47–49; DERS., Barbarossa und Aachen, S. 56. »
  113. Vgl. oben S. XVIII. »
  114. MGH SS XVI, S. 673. »
  115. So heißt es in einer Urkunde von 1331 August 22 (Mummenhoff, Regesten 2, Nr. 495). Das mittlere Aachener Totenbuch (ca. 1239–1331) vermerkt, daß Otto III. „sub feretro sancti Karoli iacet sepultus“ (TEICHMANN, Totenbuch, Nr. 23). »
  116. Vgl. oben S. XVI. »
  117. MEUTHEN, Aachener Urkunden, Nr. 67 von 1220 Apr. 19. »
  118. Vgl. FOLZ, Souvenir, S. 423–465. »
  119. Vgl. GRIMME, Domschatz, Nr. 69–75; Parler 1, S. 121–139. »
  120. Vgl. R. FOLZ, Aspects du culte liturgique de Saint Charlemagne en France, in: Karl d. Gr. Lebenswerk und Nachleben IV, S. 77–99. »
  121. FOLZ (wie Anm. 141), S. 78ff. »
  122. GRIMME, Domschatz Nr. 100. Zur Verehrung Karls des Großen durch Ludwig XI. vgl. PELTZER, Beziehungen, S. 176–183; FOLZ (wie Anm. 141), S. 80f. »
  123. KROOS, Grabbräuche, S. 319; PELTZER, Beziehungen, S. 229–238. »
  124. Das Diplom Karls des Kahlen für Compiègne von 877 überliefert, „avus scilicet noster Karolus ... in palatio Aquensi capellam in honore beate Dei genitricis et virginis Mariae construxisse ... ac congerie quamplurima reliquiarum eundem locum sacrasse“ (Receuil des actes de Charles II le Chauve (wie Anm. 92), Bd. 2, Nr. 425). »
  125. Vgl. zur Unterscheidung des Reliquienschatzes der Marienkirche und der dinglichen capella Karls des Großen FALKENSTEIN, Entstehung, S. 88–98 und oben S. XX. Die erzählenden Quellen berichten von der Schenkung zahlreicher Reliquien an Karl den Großen insbesondere kurz vor der Jahrhundertwende. Vgl. Ann. Regni Francorum, MGH SS rer. Germ. in usum schol., ad a. 795/96 und 799; Reginonis abbatis Prumiensis chronicon, MGH SS rer. Germ. in usum schol., ad a. 799. »
  126. Angilberti abbatis de ecclesia Centulensi libellus, MGH SS I, S. 175f. »
  127. Vgl. die Gegenüberstellung bei SCHIFFERS, Heiligtumsfahrt, S. 195–199. SCHIFFERS geht von der Identität des Aachener Reliquienschatzes und der dinglichen capella Karls des Großen aus und zieht daher aus der Aufstellung Angilberts unzulässige Schlüsse (Reliquienschatz, S. 13ff.). »
  128. Auf diese Möglichkeit weist auch FALKENSTEIN hin (Entstehung, S. 92f.). »
  129. Vgl. SCHIFFERS, Heiligtumsfahrt, S. 175–177; DERS., Reliquienschatz, S. 81–83. Zu den Handschriften vgl. MEUTHEN, Aachener Urkunden, S. 58–60, und C. BRÜHL/Th. KÖLZER, Das Tafelgüterverzeichnis des Römischen Königs (Ms. Bonn S. 1559), Köln/Wien 1979, S. 1–12. »
  130. SCHIFFERS, Reliquienschatz, S. 31–37; DERS., Heiligtumsfahrt, S. 41f. »
  131. MEUTHEN, Aachener Urkunden, Nr. 124, S. 349–352. »
  132. 1328 werden die „reliqui<ae> ipsius ecclesie magn<ae>“ erstmals urkundlich erwähnt (MUMMENHOFF, Regesten 2, Nr. 422). »
  133. Gestorum abb. Trudonensium Continuatio tertia, MGH SS X, S. 379. »
  134. Vita des Gerlach von Houthem († 1170/71), AASS Jan. I, S. 308. »
  135. MEUTHEN, Aachener Urkunden, Nr. 124. Vgl. SCHIFFERS, Heiligtumsfahrt, S. 130. Der Hinweis bei SCHIFFERS, laut einer Chronik des 17. Jh. sei bereits 1238 die Durchführung einer Heiligtumsfahrt alle sieben Jahre angeordnet worden, ist angesichts des zeitlichen Abstandes der Quelle zum (angeblichen) Ereignis vorsichtig zu beurteilen (SCHIFFERS, Reliquienschatz, S. 65). »
  136. SCHIFFERS, Reliquienschatz, S. 71. »
  137. HStAD Marienstift, U. 162: „super ostensione eiusdem nostre ecclesie reliquiarum ad proximam dedicationem nunc futuram“. Vgl. SCHIFFERS, Reliquienschatz, S. 66. »
  138. MUMMENHOFF, Regesten 2, Nr. 422 von 1328 Jan. 26. Vgl. SCHIFFERS, Heiligtumsfahrt, S. 136. »
  139. SCHIFFERS, Heiligtumsfahrt, S. 46. »
  140. Die Zeigung der Reliquien vom Turm aus ist erstmals für 1322 bezeugt. Vgl. SCHIFFERS, Reliquienschatz, S. 85 Nr. 4. »
  141. MUMMENHOFF, Europ. Bedeutung, S. 179. »
  142. Vgl. MUMMENHOFF, Europ. Bedeutung, S. 182ff. »
  143. Vgl. QUIX, Münsterkirche, S. 126; ENNEN, Aachen im Mittelalter, S. 467. Um 1455 stiftete der damalige Benefiziat des Altars, Sigismund von Iglau, ein neues Retabel für den Wenzelsaltar. Vgl. Nr. 63»
  144. Zur Gründung und Ausstattung der Kapelle vgl. Nr. 41. Zur Ungarnwallfahrt vgl. E. THOEMMES, Die Wallfahrten der Ungarn an den Rhein (Veröffentlichungen des Bischöflichen Diözesanarchivs Aachen Bd. 4), Aachen 1937, bes. S. 12–28, 81–91. »
  145. Vgl. die Aufzählung der Geschenke Ludwigs I. für die Kapelle (FEJÉR, Cod. dipl. Hung. IX 4, Nr. XXXVI von 1367 Okt. 27 = THOEMMES [wie Anm. 165], S. 87). »
  146. J. STABÈJ, Die alten Wallfahrten der Slowenen an den Rhein, ZAGV 78, 1966/67, S. 108; MUMMENHOFF, Europ. Bedeutung, S. 182f. »
  147. Vgl. oben S. XXIf. »
  148. Eine umfassende Erörterung des Zusammenhangs zwischen Stift und Stadt kann an dieser Stelle nicht erfolgen. Zur Stadtwerdung vgl. D. FLACH, Untersuchungen zur Verfassung und Verwaltung des Aachener Reichsgutes von der Karlingerzeit bis zur Mitte des 14. Jh. (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 46), Göttingen 1976, S. 340–385; dazu L. FALKENSTEIN/R. NOLDEN, Von der königlichen Villa zur Stadtgemeinde Aachen, ZAGV 84/85, 1977/78, S. 947–959; B. DIESTELKAMP, Staufische Privilegien für Städte am Niederrhein, in: Königtum und Reichsgewalt am Niederrhein (Klever Archiv Bd. 4), hrsg. von K. FLINK/W. JANSSEN, Kleve 1983, S. 112–123.  »
  149. MEUTHEN, Aachener Urkunden, Nr. 1–2, S. 113–116. Zur Fälschung vgl. ebd., S. 99–104, und DERS., Karl d. Gr. – Barbarossa – Aachen, S. 57–60. »
  150. MEUTHEN, Aachener Urkunden Nr. 1, S. 115. »
  151. MEUTHEN, Karl der Große – Barbarossa – Aachen, S. 64f.; DIESTELKAMP (wie Anm. 169), S. 114 Anm. 70. »
  152. Zur Rezeption des Urkundentextes in späteren Inschriften vgl. die Einleitung zu DI Aachen/Stadt. »
  153. E. MEUTHEN, Zur Datierung und Bedeutung des älteren Aachener Karlssiegels, ZAGV 77, 1965, S. 13. Zum Zusammenhang zwischen Siegelnutzung und Stadtwerdung vgl. ebd. S. 5–16 und M. GROTEN, Studien zum Aachener Karlssiegel und zum gefälschten Dekret Karls des Großen, ZAGV 93, 1986, S. 5–15. »
  154. LICHIUS, Verfassung, S. 9; MEUTHEN, Pröpste, S. 49. »
  155. 1425 erkannten Dechant und Kapitel das städtische Mitbewahrungsrecht an (SCHIFFERS, Kulturgeschichte, S. 241). »
  156. FEJÉR, Cod. dipl. Hung. IX, 4, Nr. CXXIII von 1370 Jan. 2. »
  157. E. STEPHANY bei GRIMME, Domschatz, S. VII. »
  158. LOHMANN, Lösung, S. 286. »
  159. E. STEPHANY bei GRIMME, Domschatz, S. VII. »
  160. Ebd., S. IX; THYSSEN, S. 242–325. »
  161. E. STEPHANY bei GRIMME, Domschatz, S. IX. Während des Zweiten Weltkrieges war der Domschatz erneut ausgelagert (ebd., S. XIII; E. STEPHANY, Die Schicksale des Aachener Domschatzes während des Krieges 1939–1945, in: Krieg und Kunst im Erzbistum Köln und Bistum Aachen, Mönchengladbach 1948, S. 62–69). »
  162. Vgl. GRIMME, Domschatz Nr. 10. »
  163. F. RAMJOUÉ, Die Eigentumsverhältnisse an den drei Aachener Reichskleinodien, Berlin 1968, S. 67–89. »
  164. GRIMME, Domschatz, Nr. 7. Er gelangte über den Schatz der Kathedrale von Reims in das heutige Musée du Tau, Reims. »
  165. Zur Klärung der umstrittenen Frage nach Art und Umfang der geschenkten Gegenstände konnte ein Schreiben Berdolets an Kaiserin Josephine beitragen, das LOHMANN im Nachlaß des Bischofs auffand. Vgl. LOHMANN, Lösung, S. 285–290. »
  166. Vgl. R. PICK, Die Einbußen des Aachener Domschatzes an Reliquien und Reliquiaren in napoleonischer Zeit, ZAGV 40, 1918, S. 294–301; LOHMANN, Lösung, S. 286f. Die Zugehörigkeit eines heute im Kölner Schnütgen-Museum ausgestellten Elfenbeinkästchens zu den verschenkten Objekten ist ungesichert. Es bleibt deshalb in diesem Band unberücksichtigt. Vgl. GRIMME, Domschatz, Nr. 33a; OE III, H 21. »